Und darum tret’ ich dein Radio ein.

Radio ist ja eigentlich ein tolles Medium. Man kann es so angenehm nebenbei konsumieren, muss nicht die ganze Zeit draufgucken, sondern hört einfach zu, während man etwas anderes macht. Dabei erfährt man aktuelle Neuigkeiten und guckt musikalisch ein bisschen über den Tellerrand zumindest könnte das in der Theorie so sein. In der Realität scheitert das Ganze leider daran, dass irgendwie überall nur Scheiße läuft. Es ist dasselbe wie im Fernsehen: An vorderster Front marschieren die Privatsender, die Öffentlich-rechtlichen (die man dann auch noch dafür bezahlen darf) passen sich an, und fertig ist die ultimative Verblödung.

Hitradio FFH verursacht bei mir einfach nur noch Brechreiz. Den ganzen Tag wird die selbe, aus ca. 10 Liedern bestehende Elendsplaylist immer wieder im Kreis heruntergedudelt. Dazwischen kaspert ein Haufen grenzdebiler Moderatoren herum und fordert die Hörer auf, bitte sofort anzurufen und ihre ganz persönlichen Geschichten zu erzählen, was diese dann auch tatsächlich tun. Die vorgetragenen Erlebnisse sind meistens nicht nur komplett uninteressant, sondern auch noch so peinlich vorgetragen, dass man vor aufkochender Fremdscham einfach nur noch ausschalten kann. Weil FFH aber der mit Abstand erfolgreichste Sender ist, wollen alle anderen Sender auch so sein, und das Elend nimmt seinen Lauf.

Eigentlich genauso schlimm sind die Sender, die sich an Jugendliche richten. Die Musik ist vielleicht ein bisschen weniger angeranzt, dafür sind die Moderatoren noch ein ganzes Stück verblödeter. Die Nachrichten, eigentlich ja ein Gebiet, wo das Radio gegen Ipod und co. punkten könnte, werden kurz und möglichst uninformativ abgehandelt. Uargh…

Dieser Beitrag soll nicht allzu zynisch werden. Es gibt ja noch genügend Leute, die auf den medienübergreifenden Brainfuck keine Lust haben. Da gibt es also eine enorme Marktlücke. Hoffentlich begreifen das ein paar Sender. Radio Bob find ich schon mal ganz gut. Allerdings sind die ja auch noch neu, hoffentlich passen die sich nicht an die anderen an.

Was Kultur und aktuelle Themen angeht, muss man zur Ehrenrettung des Radios auch noch ein paar Sendungen von öffentlich-rechtlichen Sendern nennen. Bei HR2 gibt es zum Beispiel den “Tag”, der sich eine Stunde lang sehr differenziert und informativ einem aktuellen Thema widmet. Bei SR2 gibt es die Sendung “Fragen an den Autor”, in der jeweils immer ein aktuelles Sachbuch vorgestellt wird. Der Autor stellt sich dann den Fragen der Hörer und des Moderators. Praktischerweise kann man sich die Sendungen als Podcasts herunterladen. (hier und hier)

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  1. jah, auf den ersten BLick, oder eben auf den ersten Akkord, scheint Radio Bob toll zu sein, da HEY rock gespielt wird.
    Aber es kommt eher daher, wie ein gewisser John BonJovi, es sagt von sich selber “rockig” zu sein, aber spielt eigentlich den ganzen Tag NUR rockballaden. Natürlich hat jede “echte Rockband” mindestens eine Rockballade pro Album, aber bei dem Sender läuft dann Stairway to heaven, gefolgt von Nothing else Matters, irgendwas von Nickelback und dann dann was neueres, “how to save a life” von “the fray”.
    Teilweise an und für sich gute Lieder, aber das kann ja wohl kein Rock sein!
    Außerdem läuft jede Stunde mindestens 1 Queenlied und am Tag mindestens 3 mal Radio Gaga… das bereitet einem eine Ohrenentzündung.
    Also: was klingt kann immer noch verklingen.
    Aber positives gibts zu berichtien: sie haben um die Weihnachtszeit Last Christmas boykottiert… das war gut, aber das mussten sie dann natülich alle halbe Stunde sagen und das war scheiße.
    Das hasse ich auch anm Radio, immer die selben Radiowerbungsmelodien, die könnte man auch mal weg lassen, denn Radiosender merkt man sich bei guter Musik und NICHT wegen blöden Werbeslogans.

    Ps: Naja;) mit VOGel und REINfall haben wir immerhin auch noch ne SChnulze

  2. Jajaja… :D Ich stimme dir vollkommen zu! Andererseits ist alles auch irgendwie relativ, und Radio Bob hebt sich bei der absolut bekackten Konkurrenz halt noch ein wenig hervor. Das ist halt ein Sender, den ich zum Hören ganz gut erträglich finde, und wenn ich nur meinen eigenen Musikgeschmack hören will, kann ich ja auch CD oder MP3 anmachen.

    Und hack nicht so auf Nickelback rum, das geht nach hinten los, wenn man der Fachpresse glaubt.

    Und schon bei der ersten Band, “Parakoons”, zeigte sich: Die Fünf Euro Eintritt waren gut investiert. Selbstbewusst und jung genug, um sich noch vom unspektakulären Vorgang des Wasserkochens zu einem Songtext inspirieren zu lassen, präsentierte die Schülerband Eigenkompositionen irgendwo zwischen Manowar und Nickelback.

    btw: Wir sind eine Schulband?

  3. sie meinten schwulband
    also schwülerband, im sinne von: Im Raum war die Stimmung so toll und die Protagonsiten waren so heiß, dass es schwül wurde…

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