Zu Hülf, Mario Barth!
19. Februar 2009 in Kultur by kricke | 4 comments
Humor zu kritisieren ist eine müßige Angelegenheit. Vielleicht fühlt man sich kurzzeitig ein wenig besser, während man auf Oliver Pocher herumhackt, wie es zeitungsübergreifend in den Feuilletons auch getan wird, ändern wird sich an der Armseligkeit der deutschen Comedylandschaft dadurch nichts. Deswegen will ich mich damit auch nicht großartig aufhalten. Witze, die vermutlich schon einen Barth (höhö) hatten, als sich zum ersten Mal weibliche und männliche Amöben in der Ursuppe begegneten, scheinen das zu sein, was die Leute hören wollen. Anerkennen muss man zum Beispiel, dass Mario Barth nicht nur aus Scheiße Geld machen kann, sondern selbiges auch aus der immer wieder selben Scheiße tut. Und eins muss man seinen Fans zugute halten: Sie werden sich garantiert nicht als etwas besseres betrachten. Genau da liegt der Unterschied zu den wirklich Schlimmen.
Bastian Sick1 wurde mit seiner Kolumne Zwiebelfisch (bei Spiegel Online) bekannt, in der er gegen die Verwilderung der deutschen Sprache zu Felde zieht. Sieht man mal davon ab, dass Sick häufig sinnloserweise gegen den Bedeutungswandel von Wörtern (den es in der Geschichte der Sprache immer gegeben hat, wo wären wir heute sonst?) oder böse Anglizismen wettert, sind seine Artikel wirklich recht lustig geschrieben. Ich habe vor geraumer Zeit den ersten Band der „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“-Reihe gelesen und fand das ganze unterhaltsam. Die von Sick aufgestellten Vorschriften sollte man allerdings nicht zu eng sehen, denn er ist unter Sprachwissenschaftlern umstritten und so kann man auch leicht ins Fettnäpfchen tappen, wenn man meint, andere Leute belehren zu müssen. Würden alle Menschen Bastian-Sick-Logik verfolgen, so sprächen wir heute wahrscheinlich immer noch, wenn überhaupt, Althochdeutsch.
Es wäre ja nicht weiter schlimm, würde Bastian Sick mit seinen Zwiebelfischen und Dativen in geschriebener Form zufrieden sein. Leider fühlt er sich seit einiger Zeit, wahrscheinlich wegen des durchschlagenden Erfolges seiner Buchveröffentlichungen, zu höherem berufen. Und so tourt Bastian Sick fleißig herum, hält die größten Deutschstunden der Welt ab, und hat mittlerweile sogar eine eigene Fernsehshow, pardon… äh Entschuldigung, -schau. Was in seinen Büchern als leicht oberlehrerhafter Stil durchgeht, wirkt live (was würde Sick sagen?) einfach nur blasiert und peinlich. Am allerschlimmsten sind die Pausen, die Sick zwischen seinem herablassenden Gefasel lässt, denn normalerweise gibt es davor ja so etwas wie eine Pointe, bei Sick jedoch sucht man so etwas vergeblich. Diese Lachpausen werden also vom drögen Publikum mit zögerndem Gekicher gefüllt (wahrscheinlich gehen die zum Lachen normalerweise in den Keller), bevor Sick zum nächsten Rundumschlag gegen Jugendsprache oder Politikerdeutsch (als gäbe es an der Politik nicht Wichtigeres zu kritisieren!) anhebt. Ich kann mir die Videos auf Youtube nicht angucken, ohne starke körperliche Schmerzen zu empfinden. Und innerlich flehe ich dann nach einem Erlöser vom Kaliber eines Mario Barth. Schlimmer geht immer, und in diesem Fall ist mir ein Hohlbrot vom Schlage des Herrn Barth tausend mal lieber als der arrogante Sickbastian.
- sprich: „Sieg“, was mich fast zu einer grenzwertigen Überschrift verleitete… [↩]
Tags: Bastian Sick, Humor, Kritik, Kultur, Mario Barth, Zwiebelfisch
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Kai on 19. Februar 2009 at 22:26
Ich mag Pocher! Nicht immer, ich gebe es zu. Er kann aber erfrischend sein und ist weniger schlimm als ihn die selbstgefälligen Feuilletons darstellen. Danke, Sickbastian ist für Leute die sich an kleinen Dingen stören müssen um nicht an ihre eigenen großen, weitaus schlimmeren, Fehler erinnert zu werden.
Büchner hätte Sickbastian zum Cage-Fight herausgefordert… -
digga on 25. Februar 2009 at 20:46
Aller du Hure, kannst doch nicht Pocher beleidigen.
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kricke on 26. Februar 2009 at 18:26
Ich Hure beleidige wen ich will.
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Pingback from Mario Barth beleidigt Harald Schmidt on 1. Dezember 2009 at 18:01
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