
Szene aus Ichi the Killer
Takashi Miike ist eine Koryphäe des japanischen und auch internationalen Kinos. Er hat seit 1991 bei 79 Film- und TV-Produktionen Regie geführt, das sind im Schnitt 4,3 Filme pro Jahr. Laut Nippon Connection beläuft sich die Kinospielfilmproduktion aus Japan von 2008 auf über 400 (!) Stück. Das erinnert an die goldenen Zeiten des italienischen Kinos in den 70er und der 80er Jahren mit Splatter-, Monumental- und Italo-Westernfilmen.
Miike ist bekannt dafür, sehr abstrakte, verrückte und vorallem brutale Filme zu drehen. Es ist also nicht verwunderlich, dass es häufig um die Yakuza geht. Scheu vor ungewöhnlichen Stoffen und abgefahrenen Looks, die nahe an der Grenze vom Trash balancieren oder sie überschreiten, kennt Miike nicht. Er nimmt sich dessen an, was ihm gefällt, oder worauf er Lust hat, und dreht. Darin unterscheidet er sich stark vom westlichen Kino, das sich für alles übermäßig Zeit nehmen will, um möglichst kunstvoll zu sein. So nimmt sich Miike abgefahrener Anime-Vorlagen an oder dreht Superheldenparodien, beispielsweise mit dem grenzdebilen Titel “Zebraman”. Dass Miike trotzdem im Westen so beliebt ist, verdankt er Meisterwerken wie Ichi the Killer, Audition, Visitor Q und Dead or Alive. Auch wenn es sich wie Fastfoodkino anhört, seine Filme schwer im Magen liegen, der Nachgeschmack nicht vergeht, bleibt man sehr lange gesättigt und hat nicht das Bedürfnis, diese Filme unreflektiert abzuhaken. Fastfood kann das nicht sein.
Nebenbei bemerkt: Starship Troopers ist Takashi Miikes Lieblingsfilm. Nuff said!
Bild: irishfilmjournal.com


No comments
Comments feed for this article
Trackback link: http://www.hohlwelt.org/2009/04/meister-des-horrors/trackback/