Pop-Musik heute ist wie ein Kaugummi. Knatschig, und der Geschmack sagt “Bye Bye” nach dreißig Sekunden. Das mag vielleicht nicht immer am Soundteppich, oder besser: Lappen, liegen, sondern auch an den Künstlern und deren bedingungsloser Austauschbarkeit. Aber auch ärgert mich die musikalische Untermalung der Künstler! Manchmal wünsche ich mir einfach, dass sämtliche Drumcomputer der Welt ihren Geist aufgeben, um nie wieder so ekelhafte Drumloops, die schräg von belanglosen Synthies geschwängert werden, spielen zu müssen. Wo ist der Bass hin? Mehr als den elektronischen Slap-Bass scheint es gar nicht mehr zu geben. Und wieso verdammt brauchen die aktuellen Sängerinnen, wenn sie sich denn so schimpfen dürfen, bei einer Steigerung der Emotion mehr Synthies um dies darzustellen? Ganz einfach: sie beherrschen ihr Handwerk nicht mehr gut genug, um das zu kaschieren.
Es gibt natürlich auch Hoffnungen auf dem Popmarkt, die mich immer wieder hoffen lassen. Aber irgendwie vermisse ich die großen Produzenten, den organischen Sound, wie ihn Motown und Stax hatten, ich vermisse etwas, was ich seinerzeit vielleicht nie miterlebt habe. Aber ich schreie danach, weil sich für meinen Blick die Spreu nicht immer vom Weizen trennt, noch nicht. In zehn Jahren kann man das vielleicht und dann sehen es alle. Aber bis dahin steig ich wieder in den Zug und mache meine Reise in der Vergangenheit. Viel Spaß mit Janis Joplin! Achja, ihre Stimme ist der pure Wahnsinn, unheimlich sexy!
[Link]


No comments
Comments feed for this article
Trackback link: http://www.hohlwelt.org/2009/06/die-stimme-im-synthetischen-himmel/trackback/