Wer gelegentlich nostalgisch an die Legozeit zurückdenkt, sollte mal einen Blick auf Minecraft werfen. Auf den ersten Blick wirkt das noch in der Entwicklung befindliche Spiel etwas bizarr. Eine Art Egoshooter – aber ohne Waffen. Ein Spielziel sucht man ebenfalls vergeblich. Befänden wir uns im Jahr 1987, dann wäre die Grafik mit Sicherheit der letzte Schrei, heute wirkt das ganze dagegen natürlich ziemlich altbacken. Und doch hat Minecraft seinen Charme.

Am treffendsten lässt sich Minecraft wohl als virtueller Legobaukasten umschreiben. Mit Blöcken aus verschiedenen Materialien (Stein, Holz, Sand etc.) kann man bauen, wonach einem der Sinn steht. Damit dürfte sich die Frage nach einem Sinn des Spiels erübrigt haben, Lego hat schließlich auch kein Spielziel oder Regeln. So hüpfen die Spieler bei Minecraft fleißig durch die blockartige Welt und erbauen gigantische Türme, Pyramiden, Tunnelsystem oder Kirchen. Häufig erstrecken sich die Bauten von tiefen, teilweise lava- oder wassergefüllten Minenanlagen unter der Erdoberfläche bis zu schwindelerregenden Himmelsplattformen. Dass das Bauen nicht ganz einfach ist, erhöht den Reiz des Spiels. Gespielt wird über ein Java-Applet im Browser. Bislang ist Minecraft noch kostenlos, nach einer Registrierung (dauert nicht mehr als 20 Sekunden) kann man loslegen.
Wirkliche Langzeit-Motivation bietet Minecraft freilich nicht, dafür fehlt es an Funktionen und Variationen, die das Spiel auf Dauer spannend machen. Leider gibt es auch recht häufig Vandalismus an erbauten Konstruktionen. Für ein paar Stunden, am besten natürlich im Multiplayer mit Freunden, ist es aber wunderbar unterhaltsam. Die weiteren Pläne des Entwicklers klingen recht ambitioniert, Geld würde ich für Minecraft allerdings eher nicht ausgeben.
Website: minecraft.net
Bild: Minecraft Museum


No comments
Comments feed for this article
Trackback link: http://www.hohlwelt.org/2009/06/lego-fuer-nerds/trackback/