Articles by Kai

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Heute wird es kulinarisch für alle Gourmands unter uns. Nehmt ‘nen Topf, füllt Reis rein und die doppelte Menge Wasser. Wer will, kann das Wasser ruhig salzen oder mit Gemüsebrühe versehen. Ich mag es eher ohne. Der Reis wird aufgekocht und dann bei niedriger Temperatur 20 Minuten geköchelt.

Währenddessen habt ihr die Bambussprossen und Sojasprossen aus dem Glas genommen, mit Wasser nochmal abgespült und bratet sie in Sesamöl, mit ein bis zwei getrockneten oder einer frischen Chilischote, schön an. Vergesst nicht, die Chilischoten zu entkernen, sonst wird es gefährlich! Dann gebt geschnippeltes Gemüse dazu. So als Grundstock nehm’ ich Karotten und Paprika, was im Prinzip auch reicht. Wer noch eine kleine oder halbe Zucchini hat, schnippelt die rein und brät sie mit an. Kleiner Tipp: Wer die Zucchini vorher gut salzt, verhindert, dass sie später bitter schmeckt. Das Ganze kurz anbraten.

Nun kommt die Kokosmilch, 200 oder 400 ml je nach Gemüsemenge, über das Gemüseallerlei. Darauf schmeißt ihr Unmengen an Curry, bis die Sauce richtig schön gelb-grün ist und lasst dann das Ganze bei niedriger Temperatur köcheln. Am Ende servieren. Schmeckt garantiert und ist einfach! Für alle, die noch ein bisschen fleischlichen oder tofulichen Biss benötigen, bratet Tofu oder Fleisch in einer seperaten Pfanne an. Den Tofu würfelförmig schneiden, von allen Seiten anbraten und am Ende zum “Gemüseallerlei mit fetti-fett-fett Kokossauce” dazugeben, damit er die Sauce ein bisschen aufsaugen kann.

Als musikalische Dudeluntermalung empfehle ich die Songs Alcoholica und Penis Farm von Orphan.

Zutatenliste (Für 2 Personen):

  • 200-250 g Reis
  • 400-500 ml Wasser
  • 1-2 Paprika
  • 6-8 Karotten (größere)
  • 200 oder 400 ml Kokosmilch
  • Sesamöl (anderes geht auch)
  • Zucchini (optional)
  • 1-2 kleine entkernte Chilischoten oder eine frische entkernte
  • Currypulver
  • Tofu (optional)
  • Sahne (optional, wenn die Sauce nicht fettig genug ist)

Selbst mit Twitteraccount (so modern darf’s dann mal sein), überfülltem RSS-Feed inklusive iGoogle und IRC-Rumgegammle übersieht man doch einige Internetperlen. Die “Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce” bietet in ihrem YouTube-Kanal kurze Animationen zu Vorträgen an. Die Animationen sind handgezeichnet und meist comichafte Darstellungen der im Vortrag beschriebenen Situation. Das Ganze vereinfacht es ungemein, dem Beitrag zu folgen. In einem besonders interessanten Video erklärt Barbara Ehrenreich, wenn auch am Ende etwas “verzweifelt”, die negativen Aspekte des sehr beliebten übermäßigen Optimismus. Sie bezieht sich dort auf die amerikanische Arbeitswelt und die dort vorherrschende Doktrin des positiven Denkens. Selbst in meinem Umfeld wird Skepsis und vorsichtiges Handeln oft als Fortschrittsverweigerung angesehen oder schlicht nicht verstanden. Man möge doch nicht immer alles so negativ sehen, wird einem dann eröffnet.

Die kleine Ursachensuche der Finanz- bzw. Immobilienkrise 2007 gestaltet sich als äußerst erfrischend und unterhaltsam. Wie beeinflusst das Handeln der Menschen die Politik und wie könnte man dieses Handeln für die Demokratie nutzen? Was treibt uns an? Was motiviert uns? Diese ganzen Fragen werden in den kleinen Zehn-Minuten-Vorträgen behandelt, aber nicht immer beantwortet.

(via Gentrification Blog)

Sintel Open Movie

Sintel, ein epischer Fantasy-Drachen-Film, hat nun schon einige Zeit einen Trailer und ich habe es natürlich verschnarcht euch mitzuteilen, zumindest hier im Blog. Das Ganze wird in Creative Commons veröffentlicht, der Film mit Open Source Software erstellt und finanziert von Blender Foundation. Ziel ist es, die Open-Source-Software Blender weiterzuentwickeln, vorallem die anstehende Version 2.5. Natürlich geht es auch darum, einen schönen Kurzfilm zu erstellen. Aber ACHTUNG, der Trailer wurde mit Renders aus dem WIP (Work in Progress) gemacht. Deshalb gibt es noch Fehler und unschöne Dinge (Sintels Haar) zu sehen, die im finalen Film ganz anders aussehen werden. Die Musik zu dem ganzen Spektakel klingt jedoch jetzt schon hollywoodreif. Schaut einfach mal auf dem Blog vorbei und den Trailer an. Den gibts dort auf YouTUBE, in OGV, DivX und MP4. FullHD versteht sich!

Vergängliche Kunst

Durch den Tipp eines Freundes bin ich auf Andy Goldsworthy aufmerksam geworden. Goldsworthy (saucooler Name übrigens!) ist ein Vertreter der sogenannten “Land Art” und benutzt für die Erstellung seiner Kunstwerke (fast) ausschließlich Materialien die er in der Natur findet. Die Kunstwerke sind meist sehr vergänglich, deshalb hält er sie auf Photos fest.

Das Video ist übrigens göttlich, wie er einfach so da sitzt, während alles zusammenbricht. Jeder andere wäre ausgerastet, frustriert, aber er macht einfach weiter mit seiner Kunst.

Schwerkraft

Letzten Donnerstag, in der Sneak, liefen einige Trailer zu Filmen, die vielversprechend aussahen. Doch als dann der Film startete, wurde einem gleich verkündet, es mit einer ARD-, ZDF- und ARTE-Produktion zu tun zu haben. Der gesamte Kinosaal stöhnte. Korea veröffentliche im Schnellfeuer überragende Filme, die nie in der Sneak gezeigt würden, lamentierte mein Sitznachbar. Zu dem Zeitpunkt war klar, was der deutsche Kinogänger von deutschen Filmen hält. Nicht wirklich viel.

Der Film handelt von Frederik Feinermann, einem Bankangestellten mit einem langweiligen Leben. Er lässt sich den Parkplatz wegnehmen, fährt in seiner sterilen Wohnung auf einem Ergometer, stalkt und arbeitet emotionslos, wie ein Zahnrädchen sich im Betrieb dreht, für seinen Job. Als sich ein Kunde im Gespräch vor seinen Augen erschießt, weil er einen weiteren Kredit nicht gewährt bekommt, verändert sich Frederik Feinermanns Leben. Über einige Umwege wird Frederik zum Kriminellen mit Hilfe seines alten Bandkollegen Vince Holland (Jürgen Vogel).

Am Schluß des Films wurde vermehrt geklatscht, hatte doch keiner einen guten deutschen Film erwartet. Die Hauptdarsteller und auch Nebendarsteller waren durchweg gut bis sehr gut. Frederik erinnert ein bisschen an den stoischen Arvid aus “In China essen sie Hunde”. Coolness, das hat vielen deutschen Filmen gefehlt und hier kommt sie zum Vorschein: irgendwie deutsch-dänisch und doch eigenständig.

Diese Coolness könnte eine Gefahr darstellen, wenn es sich um Charaktere handeln würde, mit denen man sich identifiziert. Aber das tut man nicht wirklich. Der gesamte Cast besteht aus Verlieren, aus Menschen, die vergessen haben, wofür sie leben. Sie lassen sich keinem Gut-oder-Böse-Schema unterordnen. Auf der anderen Seite stehen jedoch auch starke Stereotypen, wie der Russe als Schwarzmarkthändler oder eben der Charakter des Filialleiters der Bank. Der Film offenbart seine Schwäche, indem er primitive Instinkte oder Vorstellungen bedient, die man sehen möchte, weil man sie selber nicht verwirklichen oder denken kann. Der Russe bleibt der Russe, der Banker der Banker und der Nazi der Nazi. Jeder einzelne von ihnen hat eines auf den Deckel verdient. Und dennoch ist der Film großartige Unterhaltung. Alle, die manchmal dieser romantischen Vorstellung erliegen, zivilen Ungehorsam zu leisten, sollten sich diesen Film ansehen. Er hilft.

Foto: new-video.de

Der Winter klopft an der Tür und was gäbe es da schöneres, als sich in den Sessel zu fläzen und ein gutes Buch oder einen guten Comic zu lesen? Mal abgesehen von Musik gar nichts! Deswegen eine kleine aber feine Liste an Büchern und Comics, die ich zuletzt gelesen habe und euch näher bringen will.

Feuer:

Lorenzo Mattotti ist ein italienischer Grafiker und Comiczeichner. Er besitzt einen einzigartigen Stil, der dem Expressionismus zugerechnet werden kann. Es sind wilde, sich dem Farbrausch hingebende Zeichnungen.

Auf einer mysteriösen Insel gehen komische Dinge vor sich, so dass ein Panzerkreuzer zur Erkundung der Insel geschickt wird. Leutnant Absinth nimmt sich dieser Aufgabe an, die jedoch schnell in einen Kampf gegen Unbekannte ausartet. Doch der Kampf findet nicht auf der Insel statt. Ein auwühlender Comic mit grandiosen Zeichnungen. Er lässt einen nicht wieder los. Gebraucht für unter 10 € in großem Hardcover Band.

Umschlag von Feuer

Umschlag von Feuer

Fuck Machine:

Fuck Machine ist ein Gedichtband von Charles Bukowski. Das Buch ist nicht mehr wirklich das neuste, und vielleicht hat jeder schon ein Statement dazu abgegeben. Aber ich habe erst vor kurzem von dem Autor ein Buch in die Hand genommen, eben dieses. Wie man sich schon bei dem Titel denken kann, geht es viel um Sex. Die Geschichten sind lustig, ironisch, dreckig, abartig, erotisch, erschreckend, rassistisch und stoßen einen immer wieder vor den Kopf. Henry “Hank” Chinanski ist ein egozentrisches Arschloch, ein Trinker, der in Bars abhängt; ein Verlierer. Doch seltsamerweise sind die Geschichten sympathisch, man ertappt sich nicht beim Hassen, sondern beim Bewundern, beim Fasziniertsein. Sie sind schlichtweg die Geschichten des modernen Amerikas, die konsequente und auch direkt ausgesprochene Wahrheit über den amerikanischen Traum nach “Death of a salesman”. Bukowski wird oftmals als Arschloch bezeichnet. Aber um es in seinen Worten zu sagen: Manchmal braucht es einfach so ein Arschloch.

Ich bin voller Hass – und das liebe ich:

Ein Dokumentarroman über das Schulmassaker in Littleton, Columbine. Der Autor Joachim Gaertner hat aus den Ermittlungsakten und Interviews gesichtet, sortiert und gekürzt und daraus einen Roman zum nachvollziehen gemacht. Es ist eine ernüchternde Sicht, wie viel man sich mit den beiden Tätern teilt und wie ihr Privatleben wirklich aussah. Sie waren keineswegs die komplett isolierten Verlierer als die sie dargestellt wurden. Sie waren Jugendliche, wie es sie überall gibt. Die Tatsache, dass sich zwei psychisch schwächere Individuen gegenseitig aufgeschaukelt und angestachelt haben, führte erst zur Katastrophe. Es ist interessant, ihre Schulaufsätze, Webseiteinträge oder Chatgespräche zu lesen. Das ganze ist äußerst voyeuristisch, wenn man darüber nachdenkt, aber wer darüber hinwegsehen kann (und das kann ich), der wird einen erhellenden Blick über die Geschehnisse erhalten.

Hot Water Music:

Die Faszination für Bukowski bleibt. Die Geschichten sind nicht mehr so derbe, nicht mehr so pervers und nicht mehr so abartig. Dabei verlieren die Geschichten nicht ihren Charme vom sinnlosen Dasein und dessen Bewältigung. Bukowski beendet seine Geschichten selten, wie man sich das wünschen würde, er lässt alle Fragen offen und alle Reaktionen unbefriedigt. Seine Geschichten bleiben Ausschnitte, Momentaufnahmen. Das lässt Spielraum offen; aber manchmal auch Frust zurück. „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ (Brecht)

Dr Jekyll and Mr. Hyde:

Noch einmal Lorenzo Matotti, doch diesmal ist es eine weltbekannte Geschichte, von Jerry Kramsky bearbeitet. Die Geschichte des Wissenschaftlers Dr. Jekyll, der es schafft, seine Persönlichkeit zu spalten und dabei seine körperliche Gestalt zu verändern. Mr. Hyde ist ein lüsterner Charakter, böse, alle Begierden und negativen Gefühle des Dr. Jekyll in sich vereinend. Das Tempo des Comics beginnt langsam, nimmt an Geschwindigkeit zu und bremst sich immer wieder, ein achterbahnartiger Rausch in Bildern und Text. Perfekter kann man diese Geschichte nicht umsetzen. Der Malstil erinnert an den expressionistischen Maler Otto Dix. Wer sucht, der findet auch Hommagen an seine Bilder, wie das Triptychon “Großstadt”. Zu Recht wurde dem Comic einer der wichtigsten Preise in der Comicwelt, der Will-Eisner-Preis, verliehen.

Dr. Jekyll & Mr. Hyde Buchband

Dr. Jekyll & Mr. Hyde Buchband

Bilder: independentshop.de, amazon.de

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Dr. Strangelove

Dr. Strangelove

Deutschland ist ein liebes, friedfertiges und hilfsbereites Land. Wir besitzen keine Nuklearwaffen und eine nur für die Landesverteidigung zuständige Bundeswehr. Das ist alles per Grundgesetz geregelt, schließlich soll es dabei bleiben. Das einzige Hindernis scheint hier die NATO zu sein. Sie fällt wohl unter Artikel 24a GG.

Der Bund kann sich zur Wahrung des Friedens einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit einordnen; er wird hierbei in die Beschränkungen seiner Hoheitsrechte einwilligen, die eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern der Welt herbeiführen und sichern.

Deshalb sind wir auch mit der Bundeswehr außerhalb Deutschlands unterwegs. Dass das sogar gegen den Artikel 6 des Nordantlatikvertrages (Definition der Bündnisgrenze bzw. Einsatzgebiet) und gegen den UN Sicherheitsrat geht, lassen wir einfach mal außer Acht. Denn wir sind Lagerort einer unbestimmten Anzahl von Nuklearwaffen der NATO. Wie aktiv Deutschland an Nuklearwaffen beteiligt ist, war mir nicht bewusst, bis ich in der aktuellen Ausgabe der “Blätter für deutsche und internationale Politik” (09/09) die Pressemitteilung der IALANA (International Association of Lawyers against Nuclear Arms) gelesen habe. Die IALANA ist eine internationale Vereinigung von Rechtsanwälten, die sich die vollständige Abschaffung der Nuklearwaffen, Stärkung des internationalen Rechts und die friedliche Lösung von Konflikten zur Aufgabe gemacht haben.

[...]die deutsche Bundesregierung – trotz des von Deutschland in Art. II des Atomwaffensperrvertrages und im sog. Zwei-Plus-Vier-Vertrag völkerrechtlich verbindlich erklärten Verzichts auf jede unmittelbare und mittelbare Verfügungsgewalt über Atomwaffen – weiterhin auf seiner „nuklearen Teilhabe“ im Rahmen der NATO beharrt. Zur „nuklearen Teilhabe“ gehört insbesondere,

(1) dass Deutschland nach wie vor in der „Nuklearen Planungsgruppe“ der NATO mitwirkt,

(2) dass in geheimgehaltenen Bunkern in Deutschland nach wie vor eine unbekannte Anzahl Atomwaffen mit einer vielfachen Zerstörungskraft der in Hiroshima und Nagasaki eingesetzten Nuklearwaffen gelagert werden, die im Spannungs- oder Kriegsfall von den US-Streitkräften auch deutschen Einsatzkräften der Bundeswehr für den Abwurf auf feindliche Ziele entgegen den Regelungen des Atomwaffensperrvertrages zur Verfügung gestellt würden und

(3) dass die Bundeswehr nach wie vor Atomwaffenträger in Gestalt der Tornado-Flugzeuge bereithält und regelmäßig mit einem im rheinland-pfälzischen Büchel stationierten Luftwaffenverband Atomwaffeneinsätze übt.[...]

Hier könnt ihr die ganze Pressemitteilung der IALANA als PDF downloaden.

Bild: texaschapbookpress.com

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