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Offline-Wahl-o-mat

Wahl-o-mat offline... für die Wahlkabine

Die Bundestagswahl steht bevor und natürlich bedarf es Input, um seine Entscheidung zu fällen. Nun zu dem “Tutti-Frutti-Wahlkampf” und anderem Begleitmaterial, das herrlich zu der Bundestagswahl am Sonntag passt. Material zum schämen, lachen und weinen.

  • “Wählt die Schwachmatenpartei” heißt es einer Persiflage auf die Piratenpartei. Stilecht in Paint und unterlegt mit Musik aus Fluch der Karibik, von Klaus Badelt und Hans Zimmer. Das ganze ist stark tendenziös, aber auch sehr unterhaltsam. Darf man machen.
  • Bei RTL werden drei politische Akteure FDP, DIE LINKE und GRÜNE von einem Einspielfilm verärgert. Doch Gysi nimmt es lässig. Danke RTL für den Einspieler. Er war tendenziös, überzogen und frech. Aber zu jeder Partei.
  • Auf dem “mrmcd0x8h” in Darmstadt, einer “Chaos Computer Club”-Veranstaltung, erklärt uns Frau Zypries, was Google SMS ist.
  • Das Sommerinterview des ZDF mit Oskar Lafontaine im Remix. Großartig! Wer hier keinen schlechten Journalismus erkennt, dem glaubt doch kein Mensch.
  • 3SAT Kulturzeit mit dem Beitrag “60 Jahre Schlagabtausch im deutschen Parlament”. Da gibt es schön auf die Mütze. Wehner rocks!
  • Der SPIEGEL enthüllt kurz vor dem Wahlsonntag “Fakten” über Gysis Vergangenheit. Gysi veröffentlicht seine Darstellung zur Art und Weise, wie dieser Artikel zustande kam. Äußerst unterhaltsam und doch irgendwie traurig.
  • Warum sich die CDU nur zum Fremdschämen eignet, hatte kricke bereits aufgezeigt. Aber das teAM Deutschland (AM für Angela Merkel) hat sich mit ihrem Song “Wir sind Wir” eindeutig ins Knie geschossen. Derart inhaltslosen Pop mit Ohrenschmalzlocken zum drin wohnen und völlig sinnentleertem Text durfte man lange nicht mehr lauschen, wenn man denn kein Fernsehen schaut.
  • Schlechter Rap, Lola rennt und Orwellsche Dystopie bestimmten den Wahlwerbespot der PDS 1998. Der Wahlwerbespot macht auf jugendlich, war gut produziert, aber einfach völlig vorbei. Definitiver Griff ins Klo. Jugendliche hat man damit sicher nicht überzeugen können und auch heute wandern diese eher Richtung FDP.
  • Apropos FDP. Die neue (übrigens sehr empfehlenswerte) Folge der Harald Schmidt Show nimmt die FDP, bzw. deren Messias Guido aufs Korn.
  • Ach zur SPD fällt mir nur altes ein. Marc-Uwe-Kling mit “Wer hat uns verraten?”. Immer noch aktuell. Bei dem aktuellen SPD-Wahlkampf würde ich gerne lachen können, aber irgendwie fange ich eher an zu weinen.
  • Das im Moment sehr heiß diskutierte “Polizeiprügelvideo” wurde mit Samples von Bud Spencer und Terrence Hill unterlegt. Das einzige, was ich daran blöd finde ist, dass ich Bud und Terrence mag, die prügelnden Polizisten aber finde ich unsympathisch.

Nachdem Kricke seinen Beitrag zu dem Wettbewerb “Was ist Recht? Was ist Gerechtigkeit?” bereits veröffentlicht hat, ziehe ich nun nach.

Was ist Gerechtigkeit?

Wenn wir doch mal ehrlich sind: Gerechtigkeit gibt es nicht. „Gerechtigkeit wollen wir schaffen!“, vernehme ich als lautes Geschrei aller Parteien von FDP bis DIE LINKE vor der Bundestagswahl, Landtagswahl oder zu jeder Zeit, in der man um die Gunst der Wähler betteln muss. Damit ist klar, Gerechtigkeit hängt mit Politik zusammen. Zumindest könnte man das fast denken. Politiker die neuen Philosophen? Grässliche Vorstellung sich diese Jurastudentenversammlung als Denkmotor und Denkanstößler der Moderne vorzustellen. Nein, das sind Phrasendrescher, sagt schließlich – wenn auch etwas wohl formulierter als ich – Friedrich Merz im Aufsatz zu Gerechtigkeit. Aber ich komme mal wieder vom Thema ab.

Ich will nicht unhöflich sein und stelle mich erst einmal vor: Ich bin Gerhard Schnabel. Grauenhafter Name finden sie nicht auch? Aber darauf komme ich sofort zurück. Ich bin 19 Jahre alt und ich darf es doch mal so formulieren, überdurchschnittlich intelligent. Meine Familie ist eine Durchschnittsfamilie. Sie verdienen durchschnittlich und allgemein ist mein Leben durchschnittlich. Unser Familie fehlen zwar noch 0,4 Kinder zur kompletten Durchschnittsfamilie, aber man gönnt sich ja sonst  immer zu viel. Sie sehen, auf eine gewisse Art und Weise, die kaum bemerkbar ist und doch einem forsch auf die Stirn klopft, bin ich langweilig. Das liegt aber nicht an mir. Es liegt an meiner Existenz und somit auch an meinen Eltern! Meine Geburt, meine Existenz, ist sozusagen schon ungerecht. Ich hatte keine Wahl bei welcher Frau ich aus dem Körper schlüpfe. Nein, es musste bei Lisa Schnabel sein, es musste. Das ist schon mal die erste Ungerechtigkeit. Es ist auch die Größte. Unser Leben basiert auf dem Fundament der Ungerechtigkeit. Zusätzlich dazu bekam ich von meiner Mutter auch noch diesen grässlichen Namen verpasst. Konnte sie mich nicht einfach Karl nennen oder Lukas? Etwas Moderneres hätte es schon sein können. Oder zumindest so alt, dass es wieder ausgefallen ist. Aber Gerhard klingt wie ein Dorftrottel aus einem abgeschnittenen 500-Seelenkaff, das sich gerade mal so einen Dorfladen leisten kann. Außerdem finde ich es ungerecht, dass ich auch auf der Erde geboren werden musste. Wieso? Wieso konnte ich nicht in einer Welt geboren werden die weniger ungerecht und weiter entwickelt ist. Das käme mir entgegen, denn die meisten Menschen sind Arschlöcher und ihnen im Arsche zu lecken widerstrebt mir. Hach Faust. Read the rest of this entry »

Inglourious Basterds:

Weltkriegsfilm, der sich nicht um die historische Realität schert und damit frischen Wind in die von Pathos tropfende Ecke um Filme wie Stalingrad, die Brücke von Arnheim, Pearl Harbour, Der Untergang, Valkyrie etc.  bläst. Tarantino ballert uns einen Trashfilm im Stile der alten B-Movies und “Zwei glorreiche Halunken” vor den Latz. Die Dialoge, das handwerkliche Geschick, alles stimmt hier. Es wird herrliche Unterhaltung geboten.

Szenefoto Hans Landa

Szenephoto Hans Landa

Das Casting verlässt sich auch auf viele deutschsprachige Schauspieler, die sich nun international beweisen können. Der interessanteste Charakter SS-Standartenführer Hans Landa wird von dem österreichischen Schauspieler Christoph Waltz so intensiv gespielt, dass ich Roger Ebert zustimmen muss: Er hat eine Oscar Nominierung verdient.

Kigeki:

Kurzfilm des Animestudios 4° C über das Genre der Komödie. Die Geschichte spielt in Irland vor der englischen Besetzung. Charaktäre, Landschaften und die Musik harmonieren sehr gut und transportieren den melancholischen Charakter des Kurzfilms. Diese 10 Minuten seines Lebens darf man gerne investieren.

La Maison en Petits Cubes:

Die Reise eines alten Mannes durch seine Vergangenheit in einem Tauchgang. Für das perfekte Zusammenspiel zwischen Musik, Animation und Story erhielt der Kurzfilm von Kunio Katō den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Wer hier nicht hineinschaut, verpasst zu viel um es beschreiben zu können.

Szenefoto La Maison en Petits Cubes

Szenephoto La Maison en Petits Cubes

Kafka – Ein Landarzt:

Textgetreue Umsetzung der Kurzgeschichte “Ein Landarzt” von Franz Kafka als Anime. Meisterhaft inszeniert mit einzigartigen Animationen und einer beeindruckenden Soundkulisse. Er steht qualitativ “La Maison en Petits Cubes” in nichts nach. Ich persönlich bevorzuge ihn eher, aufgrund der perfekten Umsetzung der kafkaesk grostesken Stimmung. Den Regisseur Kōji Yamamura sollte man unbedingt unterstützen und nicht aus den Augen verlieren.

Das Tagebuch des Tortov Riddle:

Klingt nach Harry Potter, hat aber nur die zauberhafte Welt mit diesem gemein. Die Geschichte wird von Tortov Riddle in Tagebucheinträgen erzählt. Ein 16 Minütiger Ausflug auf einem Dalischem Schwein in die Welt des Surrealismus. Schöner Anime von Kunio Katō.

Szenephoto Tortov Riddle

Szenephoto Tortov Riddle

Iblard Jikan:

Ein Anime bestehend aus Landschaftsbildern, die durch großartiges Detailreichtum und perfekte Animationen auffallen. Gebrochen wird dieser künstlerische Stil immer von bewegten Menschen, die erst wenn sie verharren sich in das Bild einfügen. 30 Minuten sind jedoch auch bei diesen beeindruckenden Bildern zu viel des guten. In kleinen Dosen ist es genießbar. Vielleicht ist es aber auch eher eine Bewerbung für Animationsaufträge – wer weiß.

Hangover:

Las Vegas, ein Junggesellenabschied, ein Baby, der Bräutigam verschwunden und die Freunde vom Vermissten völlig verkatert. Es beginnt die Suche nach dem Gedächtnis, nach einer Nacht im magischen Las Vegas, um den besten Freund und Bräutigam wieder zu finden. Mit kleinen Zitaten an “Rain Man” ist Todd Phillips eine erfrischende Komödie gelungen. Man sollte nach einer Weisheitszahnoperation noch nicht zu diesem Film greifen, denn das würde Schmerzen bedeuten. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Film von Situationskomik lebt und somit etwas kurzlebig ist. Aber besser ein für eine Weile lustiger Film, als der nächste Adam Sandler Film ohne Witz und Komma.

Szenephoto Hangover

Szenephoto Hangover

Bilder: filmstarts.de, AnimeNewsNetwork.net, starpulse.com

Manga Second-Hand Shop in Tokio

Manga Second-Hand Shop in Tokio

Nein, natürlich bin ich kein 16-jähriges Mädchen. Ich bin ein 19 Jahre alter Kerl. Aber ich werde in die Schublade eben jener gesteckt, da ich ein gesteigertes Interesse an Japan, Mangas sowie japanischer Musik habe. Dass das Ganze natürlich auf schlechten Vorurteilen beruht, sollte eigentlich klar sein.

Mangas gibt es in Japan für alle Menschen. Es gibt Mangas für Kleinkinder, Jugendliche, Rentner, Hausfrauen, Homosexuelle – wie gesagt: eigentlich für alle. Der Markt an Mangas ist riesig und kulturrell akzeptiert, ja sogar geschätzt. Das unterscheidet Japan von Europa, das erst in den letzten Jahren Comics unter großem Ächzen in das hohe Feuilleton gehievt hat. Dieses bezeichnet die angeblich kulturell wertvolleren jedoch dann als “Graphic Novel”. Eine Farce. Mangas machten 2002 in Japan 38,1 % des gesamten Drucks aus. Das auflagenstärkste Mangamagazin, das “Weekly Shonen Jump”, hat eine aktuelle Auflage von 3 Millionen Stück. Dabei kostet das “Weekly Shonen Jump” bloß 1,70 € und hat 500 Seiten. Das sind 1,5 Milliarden Seiten Manga pro Woche. Und das ist nur ein Magazin.

Mangazeichner nennt man Mangaka. Ihre Mangas werden von Magazinen in einzelnen Kapiteln veröffentlicht. Diese Magazine erscheinen entweder wöchentlich, zwei-wöchentlich oder monatlich. Für Mangaka, die noch nicht von einem Magazin für eine Serienveröffentlichung unter Vertrag genommen wurden, gibt es Magazine wie “Akamaru Jump”, die “One-Shots” veröffentlichen. “One-Shots” sind meist die ersten Kapitel für die neue Serie, sie werden auch in Wettbewerben eingereicht, in der Hoffnung, dass sie als Serie in ein Magazin aufgenommen werden. Zur Erklärung: Mangafanatiker nennt man in Japan spöttisch Otaku, was der abwertenden Bezeichnung von geek oder nerd gleichkommt. Shonen bezeichnet die Sparte von Mangas für Jungen die einen starken Fokus auf Action haben.

Genug aber nun mit den Fakten. Bei dem aktuellen Overkill an Mangas muss man sich natürlich die richtigen heraussuchen. Ich stelle kurz ein paar vor, die ich aktuell angelesen, gelesen oder am lesen bin. Ich gebe hierbei einen Eindruck vom Manga weiter, jedoch keine Bewertung à la 5 von 10 Punkten, da ich so etwas für zu einfach halte. Read the rest of this entry »

Into the Blue

Der Kanadier Jon Rawlinson hat auf seinem Vimeo-Channel ein atemberaubendes Video vom zweitgrößten Aquarium der Welt Online gestellt – dem Kuroshia Sea in Okinawa, Japan. Dass gerade die Walfängernation Japan das beste Argument zur Rettung des Meerestierbestands liefert, klingt nahezu zynisch. Doch lasst das schöne Video einfach auf euch wirken. Manta-Rochen, Wal-Haie und Fische in einem schier unendlichen Blau.

Kuroshio Sea – 2nd largest aquarium tank in the world from Jon Rawlinson on Vimeo.

Crack to fly

Mastodon ist eine Metalband aus den USA. Gelten sie vielen zwar als beispiellose Rednecks (gemeint im Sinne von “Prolet”, nicht als Südstaatenrassist), ist ihre Musik jedoch unbestritten gut. Sie gehören zweifelsohne zu den wichtigsten Metalbands der 2000er. Ihre Alben folgen lose der Vier-Elemente-Lehre, das aktuellste Album “Crack the Skye” schließt dabei mit Luft die vier Elemente ab. Textlich wie musikalisch folgen die Alben meist einem roten Faden bzw. einer sich entwickelnden Geschichte. Das ist sehr interessant und unterstreicht den Konzeptcharakter der Band. Doch sind die Texte manchmal auch sehr metaphorisch, wahllos und erinnern an Drogentrips. So auch die Musik. Es treffen viele Breaks, Gitarrenschredderei, drei Shouter und die 70er aufeinander. So ungern ich das Wort zur Beschreibung von Musik in einem Artikel verwende: Was die Jungs abliefern, ist einfach geil. Versteht es als Ausdruck meiner Euphorie. Ich kann die Alben Leviathan, Blood Mountain und Crack the Skye nur wärmstens empfehlen, will damit aber nicht sagen, das Album Remission sei Schrott.

Wer übrigens meint, Künstler sollten wieder öfters auf Alkohol und Drogen zurückgreifen, wird die Kerle so oder so lieben. Es sind sich dem Alkoholexzess hingebebende Crackheads, die sich, um wieder runterzukommen, Schmerzmittel reinpfeifen. Na dann, solange sie gute Musik machen und anderen nicht schaden, soll es mir Recht sein.

Mastodon “Oblivion”

Pop-Musik heute ist wie ein Kaugummi. Knatschig, und der Geschmack sagt “Bye Bye” nach dreißig Sekunden. Das mag vielleicht nicht immer am Soundteppich, oder besser: Lappen, liegen, sondern auch an den Künstlern und deren bedingungsloser Austauschbarkeit. Aber auch ärgert mich die musikalische Untermalung der Künstler! Manchmal wünsche ich mir einfach, dass sämtliche Drumcomputer der Welt ihren Geist aufgeben, um nie wieder so ekelhafte Drumloops, die schräg von belanglosen Synthies geschwängert werden, spielen zu müssen. Wo ist der Bass hin? Mehr als den elektronischen Slap-Bass scheint es gar nicht mehr zu geben. Und wieso verdammt brauchen die aktuellen Sängerinnen, wenn sie sich denn so schimpfen dürfen, bei einer Steigerung der Emotion mehr Synthies um dies darzustellen? Ganz einfach: sie beherrschen ihr Handwerk nicht mehr gut genug, um das zu kaschieren.

Es gibt natürlich auch Hoffnungen auf dem Popmarkt, die mich immer wieder hoffen lassen. Aber irgendwie vermisse ich die großen Produzenten, den organischen Sound, wie ihn Motown und Stax hatten, ich vermisse etwas, was ich seinerzeit vielleicht nie miterlebt habe. Aber ich schreie danach, weil sich für meinen Blick die Spreu nicht immer vom Weizen trennt, noch nicht. In zehn Jahren kann man das vielleicht und dann sehen es alle. Aber bis dahin steig ich wieder in den Zug und mache meine Reise in der Vergangenheit. Viel Spaß mit Janis Joplin! Achja, ihre Stimme ist der pure Wahnsinn, unheimlich sexy!

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