Alltag

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Heute wird es kulinarisch für alle Gourmands unter uns. Nehmt ‘nen Topf, füllt Reis rein und die doppelte Menge Wasser. Wer will, kann das Wasser ruhig salzen oder mit Gemüsebrühe versehen. Ich mag es eher ohne. Der Reis wird aufgekocht und dann bei niedriger Temperatur 20 Minuten geköchelt.

Währenddessen habt ihr die Bambussprossen und Sojasprossen aus dem Glas genommen, mit Wasser nochmal abgespült und bratet sie in Sesamöl, mit ein bis zwei getrockneten oder einer frischen Chilischote, schön an. Vergesst nicht, die Chilischoten zu entkernen, sonst wird es gefährlich! Dann gebt geschnippeltes Gemüse dazu. So als Grundstock nehm’ ich Karotten und Paprika, was im Prinzip auch reicht. Wer noch eine kleine oder halbe Zucchini hat, schnippelt die rein und brät sie mit an. Kleiner Tipp: Wer die Zucchini vorher gut salzt, verhindert, dass sie später bitter schmeckt. Das Ganze kurz anbraten.

Nun kommt die Kokosmilch, 200 oder 400 ml je nach Gemüsemenge, über das Gemüseallerlei. Darauf schmeißt ihr Unmengen an Curry, bis die Sauce richtig schön gelb-grün ist und lasst dann das Ganze bei niedriger Temperatur köcheln. Am Ende servieren. Schmeckt garantiert und ist einfach! Für alle, die noch ein bisschen fleischlichen oder tofulichen Biss benötigen, bratet Tofu oder Fleisch in einer seperaten Pfanne an. Den Tofu würfelförmig schneiden, von allen Seiten anbraten und am Ende zum “Gemüseallerlei mit fetti-fett-fett Kokossauce” dazugeben, damit er die Sauce ein bisschen aufsaugen kann.

Als musikalische Dudeluntermalung empfehle ich die Songs Alcoholica und Penis Farm von Orphan.

Zutatenliste (Für 2 Personen):

  • 200-250 g Reis
  • 400-500 ml Wasser
  • 1-2 Paprika
  • 6-8 Karotten (größere)
  • 200 oder 400 ml Kokosmilch
  • Sesamöl (anderes geht auch)
  • Zucchini (optional)
  • 1-2 kleine entkernte Chilischoten oder eine frische entkernte
  • Currypulver
  • Tofu (optional)
  • Sahne (optional, wenn die Sauce nicht fettig genug ist)

Nächstes Mal

Nach der WM ist vor der WM. Aber wie wird das eigentlich nächstes Mal, 2014 in Brasilien, wenn es aus unserer Sicht minus fünf Stunden Zeitverschiebung sind? Die “abendlichen” Spiele wären dann von halb zwei bis Viertel nach drei nachts. Mit Public Viewing, Vuvuzela-Getröte (?) und Autokorso bis zur Morgendämmerung? Das wird ein Spaß!

Bei uns sind gestern zum wiederholten Male Leute in der Straße aufgetaucht, die sich als Telekom-Angestellte ausgegeben haben und von Haus zu Haus gegangen sind. Zum Beweis ihrer Vertrauenswürdigkeit hatten sie sich extra tolle schwarze Jacken mit dem T-Logo angezogen. An der Tür haben sie dann etwas von einer angeblichen Gebührensenkung erzählt und dass sie deswegen eine Rechnung von der Telekom sehen müssten. Das ist natürlich völliger Humbug. Die Telekom muss ihre Mitarbeiter nicht als Hausierer von Tür zu Tür schicken, um Rechnungen einzufordern, die sie selbst verschickt hat. Diese Leute wollen Daten sammeln, um sie dann an Werbefirmen zu verkaufen. Also ein bisschen wie Phishing, nur offline. Wenn bei euch jemand von diesem Pack klingelt, jagt ihn zum Teufel.

Wer beleidigt, will provozieren. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Eine Beleidigung soll nach Möglichkeit Aufmerksamkeit erzeugen und, zumindest wenn sie nicht scherzhaft gemeint ist, treffen, runtermachen, verletzen. Dabei unterliegen Schimpfwörter, genau wie alles andere auch, sehr stark gesellschaftlichen Trends. Sehr etabliert waren lange Zeit die Dauerbrenner “Hurensohn” und, etwas subtiler, “Lauch”. Diese Beleidigungen sind ebenso pointiert wie zweckmäßig und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Ein zeitloses Patentrezept beim Beleidigen ist es, Personen, die dem Beleidigten emotional nahe stehen, anzugreifen. Besonders geeignet ist dafür die Mutter. Jeder hat eine, und (fast) jeder liebt seine eigene Mutter, sodass das Niedermachen dieser fast immer den gewünschten Erfolg erzielt. Auch wenn das Beleidigen eigentlich unbeteiligter Mütter diesen gegenüber natürlich ziemlich unfair ist, besteht ein gewisser Konsens, dass man es trotzdem tut, wodurch das Ganze doch wieder fair ist. Die Mütter können notfalls natürlich die Mutter des sie Beleidigenden zurückbeleidigen. So weit, so gut.

Schaut man sich jedoch die in letzter Zeit gängigen, “jungen” Beleidigungen an, kann einem schon die Kotze hochkommen. Ich meine, dass es jetzt anscheinend voll im Trend liegt, das Wort “Jude” als Schimpfwort zu benutzen. “Der Jude hat mich gejudet ey, voll jüdisch”. Klar, jeder macht es. Arschlöcher, nette Leute, jeder halt. Und jetzt mal ehrlich, diese ewige Politische Korrektheit ist doch voll verklemmt. Was hat unsere Generation denn noch mit dem Hitlerzeug da zu tun? So sieht anscheinend die Rebellion einer geistig vollständig verkommenen Generation aus. Anstatt sich gegen die tatsächlich vorhandene, allgegenwärtige Scheiße aufzulehnen, greift man den ohnehin spärlichen, antifaschistischen Konsens, den es in der deutschen Öffentlichkeit gibt, an, indem man den “tapferen” Tabubruch begeht, endlich mal wieder gehörig über die “Drecksjuden” zu lästern.

Wer sowas sagt, wird komisch angeguckt. Moralapostel. Ist doch alles nur Spaß. Haha. Und die anderen Top-Beleidigungen auch. Voll schwul, diese Kanaken. Total behindert. Irgendwie beängstigend: alle der beliebtesten Beleidigungen sind Feindbilder der Nazis. Wenn das der Führer wüsste… er wäre sicherlich ganz außer sich vor Verzückung. Vielleicht übertreibe ich, und es ist alles nur ein Trend. Sicherlich haben viele derjenigen, die so beleidigen, wirklich nichts gegen Juden. Ich bin kein Psychologe. Was geht in Hirnen vor, die nach einer Beleidigung, also nach dem Ausdruck von etwas Schlechtem suchen, und dann nur bei Juden, Behinderten und “Kanaken” landen? Bleibt da was hängen? Eines ist sicher. Wirkliche Nazis werden wieder gesellschaftsfähig. Was soll man denn noch jemandem entgegenhalten, der öffentlich über Juden lästert, wenn das “jeder tut”? Und zu guter letzt: Was sollen die Juden dabei denken, fühlen? Die Behinderten?

Ich jedenfalls halte mich lieber an die uncoolen, politisch korrekten Beleidigungen und beschimpfe Leute gepflegt als Hurensohn, Lauch oder Schmock. Oder eben als Drecksfaschist.

np: Wizo – Raum der Zeit

Hallo, gehts noch?

Heute morgen beim Frühstücken entdeckt, dass in den Löchern des in Scheiben geschnittenen und in Plastikpäckchen abgepackten Käses so eine Art Gegenstücke zu den Löchern drin waren. Also so, als wären die Löcher mit einem Stanzgerät ausgestanzt worden, mutmaßlich einem runden Metallrohr, mit scharfer Kante, wie manche Leute es auch verwenden, um das Kerngehäuse eines Apfels herauszulochen. Die Frage ist jetzt, was dreister ist: Dass die Löcher unecht sind und nur ausgestanzt werden, oder dass der Lochverschnitt im Käse vergessen wurde. Werde in Zukunft mit Argusaugen darüber wachen, ob die Lochkonstellationen in den Käsescheiben Rückschlüsse auf die genaueren Umstände dieses Konsumentenbetrugs zulassen.

Pass auf, Alnatura!

Was nun?

Wie der eine oder andere vielleicht gemerkt hat, war hier in der letzten Zeit nicht allzuviel los, also eigentlich niente, nichts. Das hat natürlich mehrere Gründe, die sich im großen und ganzen unter dem Begriff “Faulheit” zusammenfassen lassen. Tut uns Leid, nicht hauen bitte! Immerhin, unser Alibi heißt Abi ― die letzte Zeit war doch ziemlich stressig, ein ewiger Zyklus von Aufputschung (Fresh Pots) und Mind Eraser (Bier). Jetzt sind die Klausuren aber geschrieben, und die Köpfe wieder frei, so steht dem Tatendrang also nichts mehr im Wege. Alles andere wäre ja auch schlimm, denn die Welt dreht sich ständig weiter. Wer hätte vor drei Monaten gedacht, dass der junge Guido W. innerhalb kürzester Zeit bis tief in die bürgerliche Presse zur absoluten Lachnummer avancieren würde? Dass der Winter derart sibirisch werden würde? Oder dass ich nach sicherlich mindestens einem Jahrzehnt wieder tierisch Bock auf Siedler III haben würde?

Nun also zum Ernst des Lebens. Es gilt die Pommesbuden zu verstaatlichen.

Nachdem Kricke seinen Beitrag zu dem Wettbewerb “Was ist Recht? Was ist Gerechtigkeit?” bereits veröffentlicht hat, ziehe ich nun nach.

Was ist Gerechtigkeit?

Wenn wir doch mal ehrlich sind: Gerechtigkeit gibt es nicht. „Gerechtigkeit wollen wir schaffen!“, vernehme ich als lautes Geschrei aller Parteien von FDP bis DIE LINKE vor der Bundestagswahl, Landtagswahl oder zu jeder Zeit, in der man um die Gunst der Wähler betteln muss. Damit ist klar, Gerechtigkeit hängt mit Politik zusammen. Zumindest könnte man das fast denken. Politiker die neuen Philosophen? Grässliche Vorstellung sich diese Jurastudentenversammlung als Denkmotor und Denkanstößler der Moderne vorzustellen. Nein, das sind Phrasendrescher, sagt schließlich – wenn auch etwas wohl formulierter als ich – Friedrich Merz im Aufsatz zu Gerechtigkeit. Aber ich komme mal wieder vom Thema ab.

Ich will nicht unhöflich sein und stelle mich erst einmal vor: Ich bin Gerhard Schnabel. Grauenhafter Name finden sie nicht auch? Aber darauf komme ich sofort zurück. Ich bin 19 Jahre alt und ich darf es doch mal so formulieren, überdurchschnittlich intelligent. Meine Familie ist eine Durchschnittsfamilie. Sie verdienen durchschnittlich und allgemein ist mein Leben durchschnittlich. Unser Familie fehlen zwar noch 0,4 Kinder zur kompletten Durchschnittsfamilie, aber man gönnt sich ja sonst  immer zu viel. Sie sehen, auf eine gewisse Art und Weise, die kaum bemerkbar ist und doch einem forsch auf die Stirn klopft, bin ich langweilig. Das liegt aber nicht an mir. Es liegt an meiner Existenz und somit auch an meinen Eltern! Meine Geburt, meine Existenz, ist sozusagen schon ungerecht. Ich hatte keine Wahl bei welcher Frau ich aus dem Körper schlüpfe. Nein, es musste bei Lisa Schnabel sein, es musste. Das ist schon mal die erste Ungerechtigkeit. Es ist auch die Größte. Unser Leben basiert auf dem Fundament der Ungerechtigkeit. Zusätzlich dazu bekam ich von meiner Mutter auch noch diesen grässlichen Namen verpasst. Konnte sie mich nicht einfach Karl nennen oder Lukas? Etwas Moderneres hätte es schon sein können. Oder zumindest so alt, dass es wieder ausgefallen ist. Aber Gerhard klingt wie ein Dorftrottel aus einem abgeschnittenen 500-Seelenkaff, das sich gerade mal so einen Dorfladen leisten kann. Außerdem finde ich es ungerecht, dass ich auch auf der Erde geboren werden musste. Wieso? Wieso konnte ich nicht in einer Welt geboren werden die weniger ungerecht und weiter entwickelt ist. Das käme mir entgegen, denn die meisten Menschen sind Arschlöcher und ihnen im Arsche zu lecken widerstrebt mir. Hach Faust. Read the rest of this entry »

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