Filme

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Sintel Open Movie

Sintel, ein epischer Fantasy-Drachen-Film, hat nun schon einige Zeit einen Trailer und ich habe es natürlich verschnarcht euch mitzuteilen, zumindest hier im Blog. Das Ganze wird in Creative Commons veröffentlicht, der Film mit Open Source Software erstellt und finanziert von Blender Foundation. Ziel ist es, die Open-Source-Software Blender weiterzuentwickeln, vorallem die anstehende Version 2.5. Natürlich geht es auch darum, einen schönen Kurzfilm zu erstellen. Aber ACHTUNG, der Trailer wurde mit Renders aus dem WIP (Work in Progress) gemacht. Deshalb gibt es noch Fehler und unschöne Dinge (Sintels Haar) zu sehen, die im finalen Film ganz anders aussehen werden. Die Musik zu dem ganzen Spektakel klingt jedoch jetzt schon hollywoodreif. Schaut einfach mal auf dem Blog vorbei und den Trailer an. Den gibts dort auf YouTUBE, in OGV, DivX und MP4. FullHD versteht sich!

Schwerkraft

Letzten Donnerstag, in der Sneak, liefen einige Trailer zu Filmen, die vielversprechend aussahen. Doch als dann der Film startete, wurde einem gleich verkündet, es mit einer ARD-, ZDF- und ARTE-Produktion zu tun zu haben. Der gesamte Kinosaal stöhnte. Korea veröffentliche im Schnellfeuer überragende Filme, die nie in der Sneak gezeigt würden, lamentierte mein Sitznachbar. Zu dem Zeitpunkt war klar, was der deutsche Kinogänger von deutschen Filmen hält. Nicht wirklich viel.

Der Film handelt von Frederik Feinermann, einem Bankangestellten mit einem langweiligen Leben. Er lässt sich den Parkplatz wegnehmen, fährt in seiner sterilen Wohnung auf einem Ergometer, stalkt und arbeitet emotionslos, wie ein Zahnrädchen sich im Betrieb dreht, für seinen Job. Als sich ein Kunde im Gespräch vor seinen Augen erschießt, weil er einen weiteren Kredit nicht gewährt bekommt, verändert sich Frederik Feinermanns Leben. Über einige Umwege wird Frederik zum Kriminellen mit Hilfe seines alten Bandkollegen Vince Holland (Jürgen Vogel).

Am Schluß des Films wurde vermehrt geklatscht, hatte doch keiner einen guten deutschen Film erwartet. Die Hauptdarsteller und auch Nebendarsteller waren durchweg gut bis sehr gut. Frederik erinnert ein bisschen an den stoischen Arvid aus “In China essen sie Hunde”. Coolness, das hat vielen deutschen Filmen gefehlt und hier kommt sie zum Vorschein: irgendwie deutsch-dänisch und doch eigenständig.

Diese Coolness könnte eine Gefahr darstellen, wenn es sich um Charaktere handeln würde, mit denen man sich identifiziert. Aber das tut man nicht wirklich. Der gesamte Cast besteht aus Verlieren, aus Menschen, die vergessen haben, wofür sie leben. Sie lassen sich keinem Gut-oder-Böse-Schema unterordnen. Auf der anderen Seite stehen jedoch auch starke Stereotypen, wie der Russe als Schwarzmarkthändler oder eben der Charakter des Filialleiters der Bank. Der Film offenbart seine Schwäche, indem er primitive Instinkte oder Vorstellungen bedient, die man sehen möchte, weil man sie selber nicht verwirklichen oder denken kann. Der Russe bleibt der Russe, der Banker der Banker und der Nazi der Nazi. Jeder einzelne von ihnen hat eines auf den Deckel verdient. Und dennoch ist der Film großartige Unterhaltung. Alle, die manchmal dieser romantischen Vorstellung erliegen, zivilen Ungehorsam zu leisten, sollten sich diesen Film ansehen. Er hilft.

Foto: new-video.de

Inglourious Basterds:

Weltkriegsfilm, der sich nicht um die historische Realität schert und damit frischen Wind in die von Pathos tropfende Ecke um Filme wie Stalingrad, die Brücke von Arnheim, Pearl Harbour, Der Untergang, Valkyrie etc.  bläst. Tarantino ballert uns einen Trashfilm im Stile der alten B-Movies und “Zwei glorreiche Halunken” vor den Latz. Die Dialoge, das handwerkliche Geschick, alles stimmt hier. Es wird herrliche Unterhaltung geboten.

Szenefoto Hans Landa

Szenephoto Hans Landa

Das Casting verlässt sich auch auf viele deutschsprachige Schauspieler, die sich nun international beweisen können. Der interessanteste Charakter SS-Standartenführer Hans Landa wird von dem österreichischen Schauspieler Christoph Waltz so intensiv gespielt, dass ich Roger Ebert zustimmen muss: Er hat eine Oscar Nominierung verdient.

Kigeki:

Kurzfilm des Animestudios 4° C über das Genre der Komödie. Die Geschichte spielt in Irland vor der englischen Besetzung. Charaktäre, Landschaften und die Musik harmonieren sehr gut und transportieren den melancholischen Charakter des Kurzfilms. Diese 10 Minuten seines Lebens darf man gerne investieren.

La Maison en Petits Cubes:

Die Reise eines alten Mannes durch seine Vergangenheit in einem Tauchgang. Für das perfekte Zusammenspiel zwischen Musik, Animation und Story erhielt der Kurzfilm von Kunio Katō den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Wer hier nicht hineinschaut, verpasst zu viel um es beschreiben zu können.

Szenefoto La Maison en Petits Cubes

Szenephoto La Maison en Petits Cubes

Kafka – Ein Landarzt:

Textgetreue Umsetzung der Kurzgeschichte “Ein Landarzt” von Franz Kafka als Anime. Meisterhaft inszeniert mit einzigartigen Animationen und einer beeindruckenden Soundkulisse. Er steht qualitativ “La Maison en Petits Cubes” in nichts nach. Ich persönlich bevorzuge ihn eher, aufgrund der perfekten Umsetzung der kafkaesk grostesken Stimmung. Den Regisseur Kōji Yamamura sollte man unbedingt unterstützen und nicht aus den Augen verlieren.

Das Tagebuch des Tortov Riddle:

Klingt nach Harry Potter, hat aber nur die zauberhafte Welt mit diesem gemein. Die Geschichte wird von Tortov Riddle in Tagebucheinträgen erzählt. Ein 16 Minütiger Ausflug auf einem Dalischem Schwein in die Welt des Surrealismus. Schöner Anime von Kunio Katō.

Szenephoto Tortov Riddle

Szenephoto Tortov Riddle

Iblard Jikan:

Ein Anime bestehend aus Landschaftsbildern, die durch großartiges Detailreichtum und perfekte Animationen auffallen. Gebrochen wird dieser künstlerische Stil immer von bewegten Menschen, die erst wenn sie verharren sich in das Bild einfügen. 30 Minuten sind jedoch auch bei diesen beeindruckenden Bildern zu viel des guten. In kleinen Dosen ist es genießbar. Vielleicht ist es aber auch eher eine Bewerbung für Animationsaufträge – wer weiß.

Hangover:

Las Vegas, ein Junggesellenabschied, ein Baby, der Bräutigam verschwunden und die Freunde vom Vermissten völlig verkatert. Es beginnt die Suche nach dem Gedächtnis, nach einer Nacht im magischen Las Vegas, um den besten Freund und Bräutigam wieder zu finden. Mit kleinen Zitaten an “Rain Man” ist Todd Phillips eine erfrischende Komödie gelungen. Man sollte nach einer Weisheitszahnoperation noch nicht zu diesem Film greifen, denn das würde Schmerzen bedeuten. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Film von Situationskomik lebt und somit etwas kurzlebig ist. Aber besser ein für eine Weile lustiger Film, als der nächste Adam Sandler Film ohne Witz und Komma.

Szenephoto Hangover

Szenephoto Hangover

Bilder: filmstarts.de, AnimeNewsNetwork.net, starpulse.com

Im hohen Norden gab es Ende der 80er und Anfang der 90er den Trend zu Black Metal. Black Metal ist eine extreme Spielart des Heavy Metal, die sich meist mit okkulten Themen befasst. Eine der stilprägenden Bands war Mayhem. Die Bandgeschichte zeigt auf, wie chaotisch seinerzeit Black Metal war, und wie er mitunter in seinen Extremen auch unterschätzt wurde. Der Sänger von Mayhem beging 1991 Selbstmord, indem er sich die Pulsadern aufschlitzte und mit einer abgesägten Schrotflinte in den Kopf schoß. Der Gitarrist der Band, genannt Euronymous, kam zum Schauplatz des Selbstmordes und schoss Fotos mit seiner Polaroidkamera. Dann sammelte er Knochensplitter vom Kopf ein, um daraus Anhänger zu fertigen.

Euronymous wird nachgesagt er habe den Inner Circle (auch Black Circle genannt) gegründet, der in den 90ern für viele Brandstiftungen an Kirchen in Skandinavien verantwortlich war. In diesem Inner Circle war auch Varg Vikernes, der Mayhem bei den Bassspuren für ihr kommendes Album “De Mysteriis dom Sathanas”, welches später als Meilenstein des Black Metal bekannt werden sollte, aushalf. Nun kam es vor Veröffentlichung zu einem Streit zwischen Euronymous und Varg Vikernes, der dazu führte, das Varg Vikernes Euronymous erstach. Ob der Konflikt nun aufgrund Machtstreitereien bezüglich des Inner Circle, Kampf um die Liebe zu einer Frau (sehr trve) oder um einen Plattenvertrag ging, sei dahingestellt. Varg Vikernes wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und kehrte sich vom Black Metal ab. Black Metal stamme von Rockmusik ab. Rockmusik sei die Erfindung der Schwarzen, deswegen wolle er sie nicht mehr spielen. Seitdem produziert er nur noch Ambient Musik.

Dieser Varg Vikernes, der als verquerter Rassist und Dummschädel dem Black Metal für Jahre sein Image geliehen hat und ihn ins lächerliche zog, wird nun in einem Film bedacht. Es geht um die Verfilmung des Buchs “Lords of Chaos”, das “dokumentarisch” von den Geschehnissen in der Black-Metal-Szene berichtet. Varg Vikernes soll von Jackson Rathbon, dem Teenieschwarm aus “Twilight”, gespielt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Handlung nach Texas verlegt wird und der Cast von High School Musical 3 übernommen wird. Das würde dem Stoff gerecht werden, denn Mayhem und Varg Vikernes sind mehr als dumpf. Doch bin ich gespannt wie der Soundtrack zum Film ausfallen wird. Wird es Black Metal sein? Ich hoffe doch, denn von der Musik bin ich Fan, nicht jedoch von ihren Machern, die immer noch glauben sie müssten wie Waldschräte vor 700 Jahren im Wald rumgröhlen, sich vor die Hütte kacken und von sich behaupten die trvesten zu sein – peinlich.

Nette Zusammenstellung von “verschiedenen” Szenen aus mehreren Disney-Filmen:

Ob ihr das jetzt als geschicktes Recycling oder schlicht als Faulheit anseht, bleibt natürlich euch überlassen…

[Video bei collegehumor]

Szenenphoto aus Box

Szenenphoto aus "Box"

“Three…Extremes” von Park Chan-wook, Takashi Miike und Fruit Chan: Drei Kurzfilme von drei verschiedenen Regisseuren auf einer DVD zusammengefasst und mit dem roten Faden des Extremen. Für diese Thematik sind diese drei Regisseure geradezu prädestiniert, ist Park Chan-wook für seine psychisch verstörenden Werke, Takashi Miike für extrem brutale und Fruit Chan für ekelhafte Thematiken bekannt.

Ein Fazit zu ziehen ist äußerst schwer, da die Filme sich irgendwo zwischen einer abstrakt brutalen und einer melancholisch dramatischen Atmosphäre bewegen. Auch lassen sie mehr offen, als sie abschließen und wirken wie Fragmente. An Kameraarbeit, Regie, Schauspielern und sogar der Synchronisierung lässt sich nichts aussetzen, nein, ich kann nur lobende Worte finden. Großartig. Das Lexikon des Internationalen Films hat “Three…Extremes” sehr treffend beschrieben:

„Drei Horror-Kurzfilme aus Südostasien, die in ihrer Stilvielfalt das Genre bereichern. ‚Box‘: [...] Der sperrige, experimentell angelegte Film setzt weniger auf Schocks als auf atmosphärische Dichte und leise Melancholie. ‚Dumplings‘: [...] Der thematisch schockierende Film hält sich visuell zurück und fesselt durch die intime Kameraarbeit. ‚Cut‘: [...] Der nervenaufreibende, recht drastische Horrorthriller bezieht seine Spannung daraus, dass sich das Paar zugleich einen verbalen Kleinkrieg liefert, der die wahren Charaktere ans Licht bringt.“

Bild: takeshimiyazawa.com

Meister des Horrors

Szene aus Ichi the Killer

Szene aus Ichi the Killer

Takashi Miike ist eine Koryphäe des japanischen und auch internationalen Kinos. Er hat seit 1991 bei 79 Film- und TV-Produktionen Regie geführt, das sind im Schnitt 4,3 Filme pro Jahr. Laut Nippon Connection beläuft sich die Kinospielfilmproduktion aus Japan von 2008 auf über 400 (!) Stück. Das erinnert an die goldenen Zeiten des italienischen Kinos in den 70er und der 80er Jahren mit Splatter-, Monumental- und Italo-Westernfilmen.

Miike ist bekannt dafür, sehr abstrakte, verrückte und vorallem brutale Filme zu drehen. Es ist also nicht verwunderlich, dass es häufig um die Yakuza geht. Scheu vor ungewöhnlichen Stoffen und abgefahrenen Looks, die nahe an der Grenze vom Trash balancieren oder sie überschreiten, kennt Miike nicht. Er nimmt sich dessen an, was ihm gefällt, oder worauf er Lust hat, und dreht. Darin unterscheidet er sich stark vom westlichen Kino, das sich für alles übermäßig Zeit nehmen will, um möglichst kunstvoll zu sein. So nimmt sich Miike abgefahrener Anime-Vorlagen an oder dreht Superheldenparodien, beispielsweise mit dem grenzdebilen Titel “Zebraman”. Dass Miike trotzdem im Westen so beliebt ist, verdankt er Meisterwerken wie Ichi the Killer, Audition, Visitor Q und Dead or Alive. Auch wenn es sich wie Fastfoodkino anhört, seine Filme schwer im Magen liegen, der Nachgeschmack nicht vergeht, bleibt man sehr lange gesättigt und hat nicht das Bedürfnis, diese Filme unreflektiert abzuhaken. Fastfood kann das nicht sein.

Nebenbei bemerkt: Starship Troopers ist Takashi Miikes Lieblingsfilm. Nuff said!

Bild: irishfilmjournal.com

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