Dass Kult keineswegs mit Hype gleichzusetzen ist, und dass knapp 30 Jahre Bandgeschichte keineswegs verbraucht daherkommen müssen, haben Slayer gestern Abend im Schlachthof klargestellt. Nach zweimaliger Verschiebung um insgesamt siebeneinhalb Monate, bedingt durch Frontmannbassist Tom Arayas Rückenprobleme, die, wie jeder Orthopäde mit tadelndem Blick bestätigen würde, natürlich von jahrzehntelangem übermäßigem Headbangen herrühren, fand das Konzert dann doch endlich noch statt, einer Metallplatte in Arayas Nacken sei Dank. Als Vorband kam Daath hinzu, neben den ursprünglich bereits angekündigten Schweden von The Haunted.
Tom Araya: “We usually play big festivals when we tour Europe, and this time we thought it would be great to play the kind of small, sweaty halls we played when we were first starting out.”
Eine treffende Beschreibung des Schlachthofs, in dem es im Laufe des Konzerts gestern in der Tat ziemlich heiß wurde.1 Spätestens nach Raining Blood konnte man dank zahlreicher leicht dehydrierter Fans, die taumelnd den Weg zur Bar antraten, recht bequem weit nach vorne, bis fast an die Bühne heran, obwohl noch weitere Kracher wie World Painted Blood und Angel of Death auf dem Programm standen. Alles in allem ein gelungener Abend also, voll mit Thrashmetal direkt auf die zwölf, und das trotz der am Ende etwas angeschlagenen Stimme Arayas und der mittlerweile auf 30 Euro angehobenen T-Shirt-Preise. Wobei ich nach Erwerb eines ebensolchen feststellen musste, dass die Amis es nichtmal gebacken kriegen, “Wiesbaden” richtig zu schreiben, und das trotz ortsansässiger Airbase – sei’s drum, “Weisbaden” ist wohl deutlich trve-er. In diesem Sinne: SLAAAYEEER!
- Ganz im Gegensatz zum “big festival” Rock am Ring, bei dem der Slayer-Auftritt dieses Jahr mehrheitlicher Metal-Analphabeten im Publikum ziemlich stimmungslos über die Bühne ging. [↩]


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