TED ist das Akronym für “Technology Entertainment Design”, eine Konferenz in Montery, Kalifornien. Das klingt zu Beginn nicht besonders spannend. Dennoch: die Tatsache, dass seit 2006 auf der TED-Website die Konferenzen als Video unter Creative Commons veröffentlicht werden, ist ein Segen. So gibt es interessante Vorträge wie den von Shai Agassi zu seinem Projekt “better place“, atemberaubende Tanzkünstler wie Kenichi Ebina oder großartige Musiker wie Ed Lewis zu sehen. Alle online gestellten Beiträge kann man sich als MP4 für PC und iPod kostenlos downloaden. Bei einigen wird auch der Audio-Mittschnitt bereitgestellt. Eine super Sache. Und weil ich so begeistert bin gleich ein Video von Ed Lewis: Jazz meets Evanesence and chaos! Cränk!
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César Vallejo
Vor einigen Wochen entdeckte ich auf einem Bücherflohmarkt ein unscheinbar grünes Buch aus dem Suhrkamp Verlag mit dem Titel “Lateinamerika: Gedichte und Erzählungen 1930-1980″. Da ich keine lateinamerikanische Literatur kenne, kaufte ich es mir für den Spottpreis von 50 Cent. Mir fiel gleich ein Autor auf: César Vallejo. Vallejo ist ein in Peru geborener Dichter und Schriftsteller. Er gilt unter Experten als einer der bedeutendsten Lyriker Lateinamerikas. Ich kenne zwar erst drei Gedichte von ihm, bin aber von diesen hellauf begeistert. Diese Gedichte in einer, sogar in der Übersetzung, lockeren Sprache, stehen für sich und bedürfen keiner weiteren Erläuterung.
Nachdruck und Gipfel:
Ich schäume aus dem Mund, statt daß ich schriebe;
was ich zu sagen hätte, wird im Kot ersäuft;
das Zahlwort zählt, das sich zur Summe häuft;
aus der geschriebnen Pyramide schlagen Triebe.Als Puma fühl ich mich, statt daß ich schriebe,
mit Zwiebeln statt mit Lorbeer überhäuft;
kein Wort, das nicht im Nebel sich verläuft;
kein Gott, kein Sohn, der Sohn und göttlich bliebe.Tritt also ab! Tritt hin! Iß Gras vom Grabe,
iß Tränenfleisch und Obst aus Gram und Schrunden,
der eingemachten Seele trüben Habe.Tritt hin! Tritt hin! Ich lecke meine Wunden.
Tritt hin! Laß dir das Ausgetrunkne munden!
Tritt hin und schwängre deine Räbin, Rabe!
Himmel und Staub:
Wer hat keinen blauen Anzug im Schrank?
Wer nimmt kein Frühstück und keine Trambahn,
die ewige Zigarette im Mund, in der Brieftasche seinen Gram?
Ich, der geboren ist und sonst nichts!
Ich, der geboren ist und sonst nichts!Wer schreibt nicht dann und wann einen Brief?
Wer hat keine dringende Sache im Kopf
und stirbt nicht aus Gewohnheit, weinend nach dem Gehör?
Ich, der einzig und allein geboren ist!
Ich, der einzig und allein geboren ist!Wer heißt nicht Carlos oder sonstwie Sonstwie?
Wer nennt die Katze anders als Katze Katze?
Ach, ich! der geboren ist einzig und allein und sonst nichts!
Ach, ich! der geboren ist einzig und allein und sonst nichts!
Bild: de.wikipedia.org
Beschäftigt man sich mit Pornographie, muss man sich zwangsläufig mit ihrer Daseinsberechtigung und ihrem Wirken beschäftigen. Deswegen wäre es sinnvoll, sich für diese Thematik und den Artikel etwas Zeit zu nehmen. Pornographie, was ist das eigentlich? (So)Was weiß Wikipedia:
Pornografie ist die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität bewusst betont werden. Darstellungsformen der Pornografie sind hauptsächlich pornografische Schriften, Tonträger, Bilder und Pornofilme.
Pornographie deckt so gut wie alle Medien ab, die auch von Künstlern genutzt werden. Als Schund von der Gesellschaft abgestempelt, wird ihr jedoch jegliche Kunstfertigkeit oder ästhetisches Bewusstsein aberkannt. Die Tatsache, dass Pornographie eine lange Geschichte hat, sei es bei den Inkas oder in Europa seit dem sechzehnten Jahrhundert in Form von erotischen Kupferstichen, zeigt, dass der Geschlechtsakt als etwas ästhetisch wertvolles angesehen wurde. Es würde zwar niemand heute behaupten, dass die Pornographie der Inkas, der große Teile in “InkaGold” vom Kehrer Verlag gewidmet sind, Schund sei. Aber es würde auf die Massenproduktuion und Tabulosigkeit des Videopornographie-Marktes verwiesen werden. Unbestritten dabei ist, dass es Grenzen geben muss und soll, die ein Porno bei der expliziten Darstellung von Sex nicht überschreiten darf. Sex mit Minderjährigen, Vergewaltigung, Zwangsprostituion oder Snuff. Dass diese Formen meist auch mit der Degradierung der Frau zum Lustobjekt des patriachalischen, chauvinistischen Manns einher gehen, ist zu Recht Gegenstand der Diskussion um Pornos. Frauenrechtler/innen bekämpfen genau diese Pornographie bzw. Pornographie allgemein. Darunter ist die bekannteste Vertreterin in Deutschland Alice Schwarzer, die zweifelsohne viel für die Frauenrechte in Deutschland getan hat. Sie ist mit ihren Forderungen meist unangenehm und auch sehr radikal und wird dafür von allen Seiten auch seitens der Frauen stark kritisiert. Diese Eigenschaft ist einerseits eine bewundernswerte Stärke, andererseits aber kann man sie in manchen Situationen als kompromisslose Arroganz wahrnehmen. Ihre Kampagne PorNO! will erreichen, Pornographie gesetzlich neu zu definieren und gleichzeitig ein Verbot einzuführen. Sind die folgenden Punkte im Medium vorzufinden, wird es als Porno definiert und soll somit unter das Verbot fallen: Read the rest of this entry »
„Das Schweigen im Walde“ ist Illoyals nächstes Album und ich durfte netterweise schon vor Release reinhören. Dass Illoyal ein Rapper/Musiker mit einem sehr eigenen Musikverständnis ist, war bereits im Interview abzusehen. Herausgekommen ist ein facettenreiches Album, das sich einem nicht beim ersten Hören erschließt. Nein, es braucht mehrere Male, bis sich ein Verständnis für die Songstrukturen entwickelt und sich die Songs im Kopf festsetzen.
Beginnt das Album mit den ersten zwei Songs noch sehr brachial, zeichnet sich am Ende des zweiten Songs bereits eine Ruhe ab, die dann in “Venezianer” übergeht. Venezianer beruhigt das etwas verstörte Gemüt nach diesen sehr chaotisch wirkenden Songs. „Pocahontasbettwäsche“ ist die schöne Erinnerung an die Kindheit und großartiges Storytelling mit einem tollen Piano. Danach schlüpft man in „Alternativen zur Schulmedizin“ in die Rolle des Zwangshandelnden als Bote der Reinlichkeit. In Junggesellenfabrik kämpft Illoyal gegen eine Oboe oder Klarinette an, um gleichzeitig Computersucht zu kritisieren:
werdet ihr schmerzlich erfahren das man Bildschirme nicht ficken kann
Künstliche Intelligenz ist eine Junggesellenfabrik
Die beste Hook verbirgt sich in “Lost in the supermarket” und auch der Beat trägt zur perfekten Atmosphäre bei, kritischer kann man sich nicht mit modernem Konsumverhalten auseinandersetzen. Danach lädt Illoyal mit “Großvater (Enkel)” zum Kamin und erzählt eine skurrile Geschichte. Instrumental hat sich bei mir “Als die Tiere den Wald verließen” eingebrannt, der gegen Ende eine Überraschung zum Schmunzeln bereithält. Gegen Ende des Albums werden die Texte stärker vage und wirken wie Textfetzen. So in “Rosebud”. Aus der ruhigen Phase wird man von “Wir sind Papst” gerissen, um noch einmal die Paranoia in die Meta- (hahaha) Ebene zu heben. Das folgende “Aprikose in der Hose (Setzkasten)” ist elektronisch angehaucht und schließt die Atmosphäre des Albums ab. Diese wird vom letzen Song nicht mehr aufgebrochen und deswegen wirkt “Schweigen in Kreide” auf “Schweigen im Walde” isoliert, versteckt sicht doch eine textlich gute Idee dahinter.
Illoyal wird immer sonderbarer, die Beats experimenteller und erinnern stark Jazzimprovisationen. Textlich geht er von tiefgründig komplex bis einfach, dabei aber nie plump, zu Werke. Doppelreime mit Doubletime sucht man hier jedoch vergebens. Zum Glück, denn “Das Schweigen im Walde” lebt von seiner Atmosphäre. Gefallen wird das Album den meisten Rapfans, die man vielleicht auch Genre-Puristen nennen könnte, nicht. Für alle die aber einen Blick über den Tellerrand wagen, ist es zu empfehlen. Es gehört zu den außergewöhnlichsten Alben im Bereich Rap aus Deutschland. Auch wenn hier vielleicht gerne auf “audio88″ verwiesen wird, der Illoyal ähneln soll, muss ich jedoch sagen, dass dieser instrumental und textlich weitaus weniger experimentell und mutig zu Werke geht.
Bild: myspace.com
Die Kunstform des Anime wird in westlichen Gefilden eher müde belächelt. Viele verbinden damit grellbunte, Epilepsie verursachende Stopmotion-Comics, gefüllt mit schlechten Witzen, an pubertierende Jugendliche gerichtete Erotik und Stereotypen. Natürlich sind diese Vorwürfe teils berechtigt, zumindestens wenn man nur das wahrnimmt, was seit den 90ern in die deutschen Wohnzimmer geschwemmt wurde. Man wurde mit Beyblade, Yu-Gi-Oh! oder wie sie heißen bombardiert. Endlossendungen, deren Inhalt gleich leer war, so dass nach zwei Folgen das komplette Prinzip der Serie bekannt war, und trotzdem war es bei den Kindern erfolgreich. Die wirklichen Meisterwerke des Anime konnten sich in Deutschland damals vorerst nicht durchsetzen.
Neon Genesis Evangelion wirkt auf den ersten Blick wie ein aus Transformers, süßen Mädchen, Slapstick und Action gefüllter Anime. Diese Annahme ist komplett falsch, denn Neon Genesis Evangelion ist in allen Belangen ein starker Anime. Shinji ein schüchterner und ängstlicher Junge der dazu berufen ist, einen Evangelion, einen hochhausgroßen Kampfroboter, zu steuern. Die Erde wird von Engeln bedroht, über dessen Wesen man so gut wie nichts weiß, außer dass es einen Evangelion braucht, um sie zu vernichten. Evangelions sind von Menschen geschaffene Kampfroboter, die über genug Kraft verfügen, einen Engel zu zerstören, was normalen militärischen Mitteln wie Bomben oder Panzern nicht gelingt. Die Reaktion auf die Engel ist somit die einzige Chance der Menschheit zu überleben, da nicht geklärt ist, woher die Engel überraschend auftauchen. Ausgefeilte und mit Tiefe versehene Charaktere zeichnen die Serie aus, deren Gehalt weit über die narrative Ebene hinausreicht. Untermalt wird das alles von atemberaubenden Schnitten bzw. Animationstechniken und einem (meist) guten Soundtrack. Die innovative Animation sticht hierbei besonders heraus. Sie erreicht in Szenen, in denen sich die Personen in sich selbst zurückziehen, auf außergewöhnlich authentische Weise die Gefühlsebene der Zuschauer, fesselt ihn in den Emotionen der Charaktere.
Mit Neon Genesis Evangelion ist es Hideaki Anno gelungen, viele Stile in sich zu vereinen, und in 26 Folgen eine Geschichte der Menschen zu erzählen, mit wenig Make-Up und sehr radikal. Zu Recht wird seine Serie als eine der vier Anime-Revolutionen bezeichnet, ein Meisterwerk!
Bild: amazon.de

Otto Dix: Der Krieg
Das Triptychon “Der Krieg” von Otto Dix ist eines dieser Bilder, das mich Jahrelang im Unterricht und der Freizeit, abgedruckt im Geschichtsbuch, begleitete. Es war dieses unsägliche Leid, das erstarrte Grauen und diese Ohnmächtigkeit der Soldaten, die mich faszinierte. Dazu passt perfekt ein Zitat aus Erich Maria Remarques “Im Westen nichts Neues”, das fast zeitgleich mit “Der Krieg” entstand und den Ersten Weltkrieg thematisiert:
“Das Grauen lässt sich nicht so gerne ertragen, solange man sich einfach duckt; aber es tötet, wenn man darüber nachdenkt.”(Quelle: wikiquote.org)
Otto Dix meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Kriegsdienst. Die traumatischen Erfahrungen an Ost- sowie Westfront prägten ihn derart stark, dass er sie vielfach in seinen Bildern verarbeitete. Diese von den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs geprägten Werke sind gleichzeitig auch seine berühmtesten. Das sind zum Beispiel das Triptychon “Die Großstadt” oder das oben abgebildete Triptychon “Der Krieg”. Über die Intention des Werkes “Der Krieg” äußerte sich Dix folgendermaßen:
“In dieser Zeit übrigens propagierten viele Bücher ungehindert … erneut ein Heldentum und einen Heldenbegriff, die in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges längst ad absurdum geführt worden waren. Die Menschen begannen schon zu vergessen, was für entsetzliches Leid der Krieg ihnen gebracht hatte. Aus dieser Situation heraus entstand das Triptychon… Ich wollte also nicht Angst und Panik auslösen, sondern Wissen um die Furchtbarkeit eines Krieges vermitteln und damit die Kräfte der Abwehr wecken.” (Quelle: dhm.de)
Schade, dass es keinen High-Res-Scan von diesem Meisterwerk im Internet gibt. Ein allgemeines Problem bei Kunst, wie ich finde. Wäre es nicht toll, alle Kunstwerke als High-Res-Scan betrachten zu können?
Bild: km.bayern.de
Update: Es gibt doch einen High-Res-Geheimtipp: flickr.com! Kein Wunder das der Branchenriese “Google” nicht viel über Bilder in flickr erzählt. Gehört flickr doch zu den Vorzeigeprodukten von “Yahoo!” und ist weitaus verbreiteter als das Google Pendant Picasa. Danke hierbei an hofheim-hauptstrasse.de für den tollen Link.


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