Musik

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TED ist das Akronym für “Technology Entertainment Design”, eine Konferenz in Montery, Kalifornien. Das klingt zu Beginn nicht besonders spannend. Dennoch: die Tatsache, dass seit 2006 auf der TED-Website die Konferenzen als Video unter Creative Commons veröffentlicht werden, ist ein Segen. So gibt es interessante Vorträge wie den von Shai Agassi zu seinem Projekt “better place“, atemberaubende Tanzkünstler wie Kenichi Ebina oder großartige Musiker wie Ed Lewis zu sehen. Alle online gestellten Beiträge kann man sich als MP4 für PC und iPod kostenlos downloaden. Bei einigen wird auch der Audio-Mittschnitt bereitgestellt. Eine super Sache. Und weil ich so begeistert bin gleich ein Video von Ed Lewis: Jazz meets Evanesence and chaos! Cränk!

Der Erlkönig

Sollte man mich zur Klassik befragen, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in Schweiß ausbrechen und stammelnd Namen wie Schubert, Bach, Beethoven und Wagner nennen. Intensiv mit Klassik beschäftigt habe ich mich also wirklich nicht. Sich davor zu drücken scheint doch auch so einfach, denn was die großen Komponisten, und davon gibt es mehr als ich meinem “großen” Hirn entpressen konnte, geschaffen haben, übersteigt bestimmt das, was ich je im Leben hören werde. Das macht es natürlich nicht weniger erstrebenswert als andere Musikrichtungen. Vorallem, da es eine leichte Ausrede ist.

Johann Wolfgang von Goethes “Erlkönig” wurde von Schubert seinerzeit vertont. Schubert, ein Verehrer von Goethe, schickte diesem den “Erlkönig”, bekam ihn allerdings unkommentiert zurückgeschickt. Von Schuberts Lied “Der Erlkönig” gibt es Versionen wie Sand am Meer. Instrumentale, und solche mit dem, wie ich finde, sehr wichtigen Gesang. Auf der Suche fielen mir zwei Videos auf: Das eine war von Jessye Norman mit einer Installation von Peter Kogler, das als ganzes begeistert. Beim zweiten Video ist es nur die Animation die überzeugt, der Gesang weniger, auch wenn es wohl eher an der miesen Tonqualität liegt. Übrigens, es ist nicht bekannt ob Goethe je Schuberts Version gehört hat, doch in jedem Fall tat er Schubert Unrecht. Denn “Der Erlkönig” ist genial!

Jessye Norman:

Video-Animation:

Jonathan Mann ist 26, Musiker, Videokünstler und ein Internetstar. Von seiner Wohnung in Berkeley, Kalifornien aus stellt er seit Januar jeden Tag ein eigenes Musikvideo auf seine Website www.rockcookiebottom.com. Zunächst war das sein Beitrag zum Kunstprojekt Fun-a-Day, bei dem den ganzen Januar über alle möglichen Künstler täglich ein Kunstwerk produzierten. Nachzuschlagen auf: www.artclash.com. Dann war der Januar vorbei und Jonathan Mann machte weiter. An diesem Samstag wird sein 123. Song online gehen. Wenn er es schafft, bis zu seinem 85. Lebensjahr durchzuhalten, werden es über 22.000 Lieder sein, hat er ausgerechnet. (taz)

Bei einer Songwriting-Quote von einem Song pro Tag liegt ja der Verdacht nahe, dass dabei nur belangloser Kokolores rauskommt. Doch dem ist nicht so: Die Songs sind lustig und tiefgründig. Manns musikalischer Output verdient absoluten Respekt, zu recht ist er jetzt berühmt. Und sogar der Nobelpreisträger Paul Krugman hat ihm auf einen Song geantwortet, in dem er Krugman fragt, warum dieser nicht in der Regierung sei, anstelle des inkompetenten Timothy Geithner.

Besonders eindrucksvoll ist der Song übers Waterboarding:

Blute!

Meshuggah sind wie getrocknete Pflaumen, schmecken nicht nach dem erhellenden Paradies, aber sobald man sie verdaut, geht es mehr als heftig ab. Meshuggah machen, so schreibt es die neue Bibel, Wikipedia, “Progressive Metal” und/oder “Technical Death Metal”. Andere meinen, und da stimme ich auch zu, Mathcore. Trotzdem sind das alles Genre- und Schubladenbegriffe. Meshuggah spielen einfach extremen Metal und haben mit ihren nun schon sechs Alben und fünf EPs bewiesen, dass jede Schublade explodiert wäre. Ihr Drummer Thomas Haake, einer der besten Metaldrummer, steckt sein Ego komplett weg und programmiert “Drumkit from Hell” für das Album “Catch 33″. “Drumkit from Hell” ist ein samplebasierter Schlagzeug-Software-Synthesizer. Die Samples stammen von Thomas Haake, die er mit seinem eigenen Drumset aufnehmen ließ. Weiterhin wirkte der Gitarrist von Meshuggah, Fredrik Thordendal, als Engineer, Mischer und MIDI-Programmierer, sowie der langjährige Produzent Meshuggahs als Mischer und Engineer an “Drumkit from Hell” mit. “Drumkit from Hell” findet heute bei vielen Metalproduktionen z.B. von Devin Townsend seinen Einsatz.

Meshuggahs aktuelle Platte “obZen” wurde wieder live von Thomas Haake eingespielt und bekam ein schönes Video zum Song “Bleed”. Produziert wurde es von Mike Pecci und Ian McFarland. Genau der Ian McFarland von Blood for Blood, der auch für viele Musikvideos aus dem Hardcore-Bereich verantwortlich ist. Das Video selbst ist sehr sehenswert geworden, mit allem was es braucht: Album- und Songbezug, Handlung und eklige Käfer. Anschauen!

Nichts geringeres als den “göttlichsten Song seit Christi Geburt” behauptete der hessische Radiosender “Bob” ernennen zu wollen. Entscheiden durfte großzügigerweise die Community, in einer Abstimmung auf dem Radio-Bob-Blog. “Wird schon irgendwas wie Dire Straits oder so gewinnen”, werden sich die Radio-Bob-Leute gedacht haben – Demokratie ist immer dann erlaubt, wenn das gewünschte Ergebnis herauskommt. War dann aber nicht so. Das Internetforum pOT nahm sich der Sache an und wählte geschlossen Slayers Raining Blood auf den ersten Platz. In den Kommentaren zum oben verlinkten Blogeintrag lässt sich das noch verfolgen:

Ylva

OK – da hat sich dann jetzt wohl ein Slayer-Fan-Club eingeschaltet?!?

Klara

wie kommt es, dass ne Gruppe über Nacht 33% bekommen hat? *kratz*

Heute kam nach einigen Tagen Durchgedudel der 555 bestplatzierten Songs die Nummer 1. Und es war – natürlich – nicht Slayer, sondern Bruce Springsteen mit “Born to Run”.

Viel Klicks, viele Stunden, viele im Radio gesprochene Worte später sind wir alle klüger und wissen, dass der Göttlichste Song seit Christi Geburt Bruce Springsteen “Born to Run” ist – so hat die BOB! Gemeinde gevotet.

Den Vorwurf der Wahlmanipulation schob Radio Bob dabei den Slayerfans zu. Wenn einige Leute mehrmals für Slayer gestimmt haben, wie Radio Bob behauptet, dann ist das angeblich ein Grund, das Lied komplett aus der Liste zu streichen. “So hat die BOB! Gemeinde gevotet” bzw. die Bob-Redaktion entschieden.

Schade, schade, Radio Bob. War aber auch leider nicht wirklich anders zu erwarten. Damit so ein Schmarrn nächstes Jahr nicht mehr passiert, könnte man die zur Wahl stehenden Lieder einfach volksdemokratisch von der Redaktion aussuchen lassen. Außerdem: Sollte die Auszeichnung zum Osterfest nicht eher “der göttlichste Song seit Christi Kreuzigung” heißen? Dann kann man auch mal Slayer gewinnen lassen.

Weisse Scheisse veröffentlicht die lang ersehnte und Ende letzen Jahres angekündigte Kollaboration von JAW und Hollywood Hank.

Am 12.6.09 veröffentlicht Weisse Scheisse das 2. Release namens “Menschenfeind” von Hollywood Hank und JAW. Das Werk wird in den üblichen deutschen Vertrieben sowie im Weisse Scheisse Shop erhältlich sein, enthält 11 Tracks und Features von Private Paul, Mach One, Plasti, Adolph Gandhi und Rahzkroneprinz sowie einen Remix von Sozialphobie mit Favorite. Tracklist, Snippet und Cover sowie eine Online Single werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Nachdem es im Weisse-Scheisse-Lager in letzter Zeit ruhig geworden ist, folgt nun auf diesen Hammer das Release des neuen PCP Albums, das bestimmt zu den besten Deutschrap-Alben 2009 gehören wird. Auch von Hollywood Hank kann man wieder mehr erwarten, lief er doch bei der spontanen “Schläge für Hip Hop” EP nicht gerade zu Bestform auf. Alle Zeichen stehen also auf ein Spitzenjahr für Rapfans!

JAW und Hollywood Hank – Menschenhass

Release

Hallo allerseits! Ich hab mich die letzte Zeit beim Bloggen etwas hängen lassen, was eindeutig auf das schöne Wetter, meinen leicht ausgeprägten Nihilismus und die Ferien zurückzuführen ist. Die Temperaturen sind sommerlich, die Sonne scheint und was hört man da für Musik? Keine Ahnung, aber heute steht Method Man, mein Wu-Tang- (super Gruppe!) Liebling, auf dem Plan. “Release yo’ delf” vom Geniestreich Tical rockt mit dem tollen Bläsersample von Herb Alpert, dem dreckigen Schlagzeug und Blue Raspberry in den Sommer. Das Method Man gewohnt angenehm über diesen Beat flowed darf erst gar nicht angezweifelt werden. Der Sommer kann kommen! Leider macht mir YouTube einen Strich durch die Rechnung, denn das Originalvideo ist in Deutschland nicht verfügbar. Aber YouTube hat ja gerade ganz andere Sorgen. Deswegen gibts den Song auf den Anime “FLCL” geschnitten. Das passt zwar nicht wirklich, aber weil FLCL ein so herrlich verrückter OVA-Anime ist, den man mal schnell schauen kann, weil er nur aus sechs Folgen besteht, lasse ich das durchgehen.

(YouTube Direktlink)

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