Zu Hülf, Mario Barth!

Humor zu kritisieren ist eine müßige Angelegenheit. Vielleicht fühlt man sich kurzzeitig ein wenig besser, während man auf Oliver Pocher herumhackt, wie es zeitungsübergreifend in den Feuilletons auch getan wird, ändern wird sich an der Armseligkeit der deutschen Comedylandschaft dadurch nichts. Deswegen will ich mich damit auch nicht großartig aufhalten. Witze, die vermutlich schon einen Barth (höhö) hatten, als sich zum ersten Mal weibliche und männliche Amöben in der Ursuppe begegneten, scheinen das zu sein, was die Leute hören wollen. Anerkennen muss man zum Beispiel, dass Mario Barth nicht nur aus Scheiße Geld machen kann, sondern selbiges auch aus der immer wieder selben Scheiße tut. Und eins muss man seinen Fans zugute halten: Sie werden sich garantiert nicht als etwas besseres betrachten. Genau da liegt der Unterschied zu den wirklich Schlimmen.

Bastian Sick1 wurde mit seiner Kolumne Zwiebelfisch (bei Spiegel Online) bekannt, in der er gegen die Verwilderung der deutschen Sprache zu Felde zieht. Sieht man mal davon ab, dass Sick häufig sinnloserweise gegen den Bedeutungswandel von Wörtern (den es in der Geschichte der Sprache immer gegeben hat, wo wären wir heute sonst?) oder böse Anglizismen wettert, sind seine Artikel wirklich recht lustig geschrieben. Ich habe vor geraumer Zeit den ersten Band der „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“-Reihe gelesen und fand das ganze unterhaltsam. Die von Sick aufgestellten Vorschriften sollte man allerdings nicht zu eng sehen, denn er ist unter Sprachwissenschaftlern umstritten und so kann man auch leicht ins Fettnäpfchen tappen, wenn man meint, andere Leute belehren zu müssen. Würden alle Menschen Bastian-Sick-Logik verfolgen, so sprächen wir heute wahrscheinlich immer noch, wenn überhaupt, Althochdeutsch.

Es wäre ja nicht weiter schlimm, würde Bastian Sick mit seinen Zwiebelfischen und Dativen in geschriebener Form zufrieden sein. Leider fühlt er sich seit einiger Zeit, wahrscheinlich wegen des durchschlagenden Erfolges seiner Buchveröffentlichungen, zu höherem berufen. Und so tourt Bastian Sick fleißig herum, hält die größten Deutschstunden der Welt ab, und hat mittlerweile sogar eine eigene Fernsehshow, pardon… äh Entschuldigung, -schau. Was in seinen Büchern als leicht oberlehrerhafter Stil durchgeht, wirkt live (was würde Sick sagen?) einfach nur blasiert und peinlich. Am allerschlimmsten sind die Pausen, die Sick zwischen seinem herablassenden Gefasel lässt, denn normalerweise gibt es davor ja so etwas wie eine Pointe, bei Sick jedoch sucht man so etwas vergeblich. Diese Lachpausen werden also vom drögen Publikum mit zögerndem Gekicher gefüllt (wahrscheinlich gehen die zum Lachen normalerweise in den Keller), bevor Sick zum nächsten Rundumschlag gegen Jugendsprache oder Politikerdeutsch (als gäbe es an der Politik nicht Wichtigeres zu kritisieren!) anhebt. Ich kann mir die Videos auf Youtube nicht angucken, ohne starke körperliche Schmerzen zu empfinden. Und innerlich flehe ich dann nach einem Erlöser vom Kaliber eines Mario Barth. Schlimmer geht immer, und in diesem Fall ist mir ein Hohlbrot vom Schlage des Herrn Barth tausend mal lieber als der arrogante Sickbastian.

  1. sprich: „Sieg“, was mich fast zu einer grenzwertigen Überschrift verleitete… []

Outlaw Feelings

Sie sind laut, besoffen, prollig, einfach Outlaws. Blood for Blood, eine Hardcoreband aus Boston, Massachusetts. Die Musik ist laut, schnell, asozial, frei von Soli oder Mainstreamanleihen, jedoch nicht ohne das gewisse Augenzwinkern. Die Jungs sind sympathisch und fern von aufgesetzten Plattitüden. Sie leben, was sie schreiben. Und das ist so gut, dass sie in meinen Augen einer der besten Hardcore Bands aus den USA sind.

Die Liste der von Blood for Blood Geächteten ist lang. Sei es die Mutter, die Ex-Freundin, die ganze Gesellschaft oder einfach der Amerikanische Traum:  “I found my family on the city streets because they locked me out of their American dream”. Die Musik ist dermaßen packend, das sie in Situationen, in denen man den gewissen “Kick” braucht, allein ausreicht um einen zum Zenit zu führen. Wenn man enttäuscht, müde oder wütend ist, packen Blood for Blood einen an den Schultern und rütteln einen wieder wach. Mit “Outlaw Anthems” haben die Jungs eine der besten (Proll-)Hardcore Scheiben hingerotzt. Wütend wie eh und je, mit einem sehr metallischen Sound, Mörder-Riffs und -Rhythmen, bei denen jedes Gebäude einstürzt. Wer diese Band noch nicht gehört hat, sollte sich schnell noch beim CD-Händler des Vertrauens  “Outlaw Anthems” besorgen, denn die Band hat sich anscheinend aufgelöst und es ist zu befürchten, dass es keine Nachpresse von dem Album gibt. Der Song “Ain’t like you!” ist einer meiner Lieblingssongs des Albums. Und es findet sich eine ähnliche Aussage in den Lyrics wie die des Satans in John Miltons Epos Paradise Lost: “Better to reign in Hell than serve in Heaven”.

Blood for Blood – I ain’t like you

I AIN’T LIKE YOU!

And I don’t want your love.
And I don’t need your respect.
I just can’t hate enough but I got no tears or regrets.

I ain’t like you
I will never live like you and you will never walk the path I do.
I will never be like you and I’ll never be a part of your society of lies and fools.
I will never live like you.
I will never walk the path you do.
I am your wasted youth so…
Fuck you and society too ’cause my kind just ain’t like you.

Yeah, I’m a King of Nothing,
’cause nothing’s what I am and nowhere is where I’ll be.
But I’d rather be a king of nothing than a servant in a sick society
’cause pretty little children playing pretty little games in their pretty little worlds is all I’ve ever seen.
You’ve never felt my pain
And I just gotta say to your face I ain’t like you.

I will never live like you
And you will never walk my path so…
Fuck you and your society too.

Once again I’m a King of Nothing,
’cause nothing’s what I am and nowhere is where I’ll be.
I’m a nowhere man from Nowhere, U.S.A.
It’s a dead end street near you.
They broke my heart, they stole my soul and why?
I’ll never know.
I’m exiled from all of you so…
Fuck you and the whole world too ’cause I will never live like you.

If you don’t like it… you can suck my dick.

Bild: laut.de

Anarchie en France

Manche Menschen überraschen immer wieder durch ihre schlichte Dreistigkeit. Remi Gaillard ist so jemand. Von dem Chaoten schlechthin gibt es zig Videos auf YouTube, eines dabei rücksichtsloser als das andere. Ob er als Schwein verkleidet eine Metzgerei stürmt, Mario-Kart im Straßenverkehr veranstaltet oder das DriveIn von McDonald’s veräppelt, die Videos faszinieren dadurch, dass Remi sich einfach alles zu trauen scheint, aber irgendwie auch alles kann. Und sind in ihrer Asozialität einfach verdammt lustig.

Bild: www.rebelart.net

Wir lieben Herpes!

Letztens war es wieder Zeit, die Lorbeeren in meinem LK Biologie in Form einer Klausur einzufahren. Arbeit durchgeschaut: Viel rot angestrichen! Ich war etwas verdutzt und las mir den Kommentar der Lehrerin durch: “Sie verwenden zu wenige Fachbegriffe.” Das war natürlich nicht das, was ich erreichen wollte. Ich wollte einen gut verständlichen Aufsatz zur Wirkungsweise und zur eventuellen Schädlichkeit des Wirkstoffs Aciclovir schreiben.  Das war mir eindeutig misslungen. Zusätzlich war der Aufsatz für Nicht-Biologen komplett unverständlich. Das ließ ich erst einmal eine Zeit sacken, bis ich plötzlich wieder daran erinnert wurde. Erinnert durch einen Kompagnon, der von akutem Herpesbefall geplagt wurde. Dagegen wirkt Aciclovir. Da hatte ich die Idee, die Wirkungsweise von Aciclovir, das wohl jeder gestresste Teenager kennt, einfach zu erklären.

Herpes, eigentlich Herpes labialis, ist ein Virus. Ein Virus ist im Grunde eine Hülle mit DNA oder RNA und nutzt den Stoffwechsel der Zellen, die es befällt. Diese Eigenschaft, dass der Virus keine lebende Zelle wie ein Bakterium ist, macht es unmöglich, es wie eine lebende Zelle abzutöten. Darüber hinaus sind Viren variabel und verändern sich stetig. Neben dem Herpes Virus ist das HI-Virus, der Verursacher von AIDS, der uns wohl am bekannteste Virus.

Der Herpes labialis Virus befällt meist Schleimhautzellen an Nervenenden (Lippe,Genitalbereich etc.) in Situationen in denen das Immunsystem geschwächt ist. Da sich der Herpes labialis Virus vermutlich im Gehirn einnistet und dort am Nervensystem “angeschlossen” ist, reagiert er auch schnell auf Stress. Befällt der Virus die Zelle, bringt er seine eigene DNA mit, die die Zelle dazu bewegt seine virale Replikation zu übernehmen. Die Zelle reproduziert das Virus und platzt irgendwann oder verbindet sich mit einer anderen Zelle, um so die Viren zu verbreiten. Dies äußert sich als Herpesbläschen. Der Körper hat zwar Anti-Körper um die Schleimhautzellen von Herpes zu befreien, jedoch brauchen diese äußerst lange. Deswegen wird von vielen Ärzten Aciclovir verschrieben, um den Patienten schneller zu helfen.

Aciclovir sieht dem Grundbaustoff des Virus DNA Gerüsts “Desoxy-Guanin” sehr ähnlich. Einziger Unterschied ist, dass Aciclovir eine Verbindung fehlt. Diese Verbindung verhindert es, dass die DNA weitergebaut werden kann. Das kann man sich wie einen Legoturm vorstellen, bei dem nun der eine Legostein keine Noppen auf der Oberseite besitzt und man nicht weiterbauen kann. Die DNA ist nun unfertig und somit unbrauchbar. Der Virus kann sich also nicht mehr reproduzieren. Nun hat man die Ausbreitung und verschlimmerung vom Herpesvirus verhindert und dem Patienten mehr Leid erspart.

Natürlich könnte man nun Angst bekommen, schließlich könnten alle Zellen sich nicht mehr entwickeln und wir würden Zelle für Zelle sterben. Das ist zum Glück ausgeschlossen, da nur virenbefallene Zellen betroffen sein können. Dies liegt an der Tatsache, dass das Virus die Zelle dazu bringt ein Enzym zu bilden, das den Grundbaustoff umwandelt. Erst dieser umgewandelte Grundbaustoff kann von den zelleigenen (menschlichen) Enzymen verwendet und in die DNA gebaut werden.

Trotzdem ist die Vorstellung cool, dass die Menschheit an Herpes zu Grunde geht.

Bild: titanic-magazin.de

Moral in die Tonne

Zur falschen Zeit am falschen Ort, dann jahrelang unter menschenunwürdigen Umständen eingesperrt. Isoliert, gedemütigt und gefoltert – und das alles, ohne irgendeine Straftat begangen zu haben, ohne konkreten Vorwurf, ohne Anklage. Was nach einem schrecklichen Albtraum klingt, ist die grausame Realität vieler Häftlinge in Guantánamo. Wie kann man so etwas rechtfertigen?

„Die Vorstellung, ein Unschuldiger könnte jahrelang festgehalten werden, ist ein Albtraum. Andererseits übersteigt die Idee, man könnte dem Terror nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, die Grenze zum Irrealen. Es ist, als ob man die Feuerwehr auffordern würde, sich bei ihren Einsätzen an die Straßenverkehrsordnung zu halten und auf keinen Fall eine rote Ampel zu überfahren.”
Henryk M. Broder, preisgekrönter Publizist, in seinem Buch “Hurra, wie kapitulieren.”

Broder, wie so oft beispielhaft für die demagogischen Hitzköpfe. Wer möchte dem widersprechen? Natürlich wird niemand ernsthaft behaupten, die Feuerwehr solle an roten Ampeln anhalten. Doch der Vergleich stinkt zum Himmel. Die rechtsstaatlichen Prinzipien sind eben keine Ampel, über die man schnell mal drüberfahren kann, wenns brennt. Man kann jede Schandtat rechtfertigen, wenn man sie nur zu einem Verkehrsdelikt bagatellisiert. Darf die Feuerwehr auf dem Weg zum Einsatzort unschuldige Zivilisten einsperren und foltern? Dumme Frage, sicherlich, aber ungefähr auf dem Niveau des unsäglichen Broder-Zitats.

Gegen einen Großteil der Guantanamo-Häftlinge gibt es keine Beweise, meistens sogar nicht einmal Hinweise, dass sie Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen hatten. Ein recht bekannter Fall ist der von fünf Uiguren1, die ursprünglich in die Türkei reisen wollten, dann aber in Pakistan von Kopfgeldjägern gefangen genommen und an die amerikanische Armee verkauft wurden. Vier Jahre lang wurden sie in Guantanamo eingesperrt, dann sprach sie ein Militärtribunal aus Mangel an Beweisen frei. Aufnehmen wollte sie trotzdem fast kein Staat, schließlich fanden sie Asyl in Albanien.

Mittlerweile ist es in Amerika anscheinend auch (mehrheitlich) angekommen, dass man Menschenrechte nicht verteidigen kann, indem man sie außer Kraft setzt. Präsident Obama will das Gefangenenlager Guantanamo innerhalb des nächsten Jahres schließen. Er hat die Militärtribunale gestoppt, die Häftlinge sollen nun richtigen Gerichten vorgeführt werden. Doch die Schließung des Lagers ist nicht unproblematisch, irgendwo müssen die Häftlinge nunmal hin. In ihre Heimatländer können viele nicht zurück, da ihnen dort Folter, Haft oder Todesstrafe droht. Die Vereinigten Staaten wollen die Häftlinge, die sie jahrelang zu den Verantwortlichen für 9/11 erklärt haben, natürlich auch nicht aufnehmen. Fraglich ist dabei natürlich auch, ob ein ehemaliger Guantanamo-Häftling, mag er noch so unschuldig sein, in einem Land, in dem es von verblendeten Hillbillys nur so wimmelt und man in jedem Walmart eine Halbautomatik kaufen kann, gut aufgehoben wäre. Und was ist mit Europa? Hatten sich die europäischen Regierungen jahrelang aus dem Fenster gelehnt, man solle das Gefangenenlager auf Kuba doch endlich schließen, will nun keiner richtig dabei mithelfen.

Auch in Deutschland wird das Thema kontrovers diskutiert. Frank-Walter Steinmeier wandte sich in einem öffentlichen Brief an Obama und bot an, Häftlinge aufzunehmen. Das ist natürlich lobenswert, aber auch ein wenig verwunderlich. Steinmeier war als Kanzleramtsminister unter Schröder der Verantwortliche, der die Freilassung des unschuldigen Murat Kurnaz jahrelang nicht ermöglichen wollte. Bis heute hat sich der Kanzlerkandidat für dieses Verhalten nicht entschuldigt. Für seinen Vorstoß wurde Steinmeier von verschiedenen Seiten, auch aus seiner eigenen Partei, attackiert. Ein häufig gebrachtes Argument ist, dass man nur nachweislich Unschuldige aufnehmen wolle, große Angst hat man vor potentiell „rückfälligen“ Häftlingen. Von Seiten der Amerikaner gab es Studien, die unter bereits entlassenen Häftlingen eine hohe „Rückfallquote“ feststellten. Fragwürdig ist einerseits, ob man bei Menschen, denen man keine Straftat nachweisen konnte, von einem „Rückfall“ sprechen kann. Dazu kommt auch, dass es teilweise ausreicht, sich in Interviews amerikakritisch über Guantanamo zu äußern, um in der Statistik als „rückfällig“ gekennzeichnet zu werden. Dass man nur Häftlinge aufnehmen will, die „nachweislich unschuldig“ sind, klingt zunächst vernünftig. Andererseits: Eines der obersten rechtsstaatlichen Prinzipien (die mit der Schließung ja nun wieder gelten sollen) besagt, dass jemand, dem kein Vergehen nachgewiesen werden kann, als unschuldig gilt. Warum muss ein Mensch, der jahrelang ohne Beweise eingesperrt wurde, jetzt nachweisen, dass er unschuldig ist? Damit wird das Prinzip der grundsätzlichen Unschuldsvermutung pervertiert.

Die Schließung des Gefangenenlagers würde die Gelegenheit bieten, Humanität und Rechtsstaatlichkeit zu zeigen. Sicherlich, das Unrecht, das man den Unschuldigen zugefügt hat, kann nicht wieder gut gemacht werden. Gerade Deutschland, das Mitschuld trägt an den Menschenrechtsverbrechen in Guantanamo, hat in dem Zusammenhang eine besondere moralische Verpflichtung. Dagegen ist der Eiertanz um die Häftlingsaufnahme ein Trauerspiel. Doch die Moral scheint in der allgemeinen Paranoia längst untergegangen zu sein. Den Rechtsstaat in die Tonne – das wohl größte Ziel al-Qaidas macht unsere Politik einfach selbst wahr.

dazu: hr2 – Der Tag: Gefährlich oder gefährdet – Wohin mit den Häftlingen von Guantanamo? (Podcast)

Bild: wikimedia.org

  1. Die Uiguren sind eine muslimische Volksgruppe, die in China politisch unterdrückt wird []

Der Krieg 3D

Otto Dix: Der Krieg

Das Triptychon “Der Krieg” von Otto Dix ist eines dieser Bilder, das mich Jahrelang im Unterricht und der Freizeit, abgedruckt im Geschichtsbuch, begleitete. Es war dieses unsägliche Leid, das erstarrte Grauen und diese Ohnmächtigkeit der Soldaten, die mich faszinierte. Dazu passt perfekt ein Zitat aus Erich Maria Remarques “Im Westen nichts Neues”, das fast zeitgleich mit “Der Krieg” entstand und den Ersten Weltkrieg thematisiert:

“Das Grauen lässt sich nicht so gerne ertragen, solange man sich einfach duckt; aber es tötet, wenn man darüber nachdenkt.”(Quelle: wikiquote.org)

Otto Dix meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Kriegsdienst. Die traumatischen Erfahrungen an Ost- sowie Westfront prägten ihn derart stark, dass er sie vielfach in seinen Bildern verarbeitete. Diese von den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs geprägten Werke sind gleichzeitig auch seine berühmtesten. Das sind zum Beispiel das Triptychon “Die Großstadt” oder das oben abgebildete Triptychon “Der Krieg”. Über die Intention des Werkes “Der Krieg” äußerte sich Dix folgendermaßen:

“In dieser Zeit übrigens propagierten viele Bücher ungehindert … erneut ein Heldentum und einen Heldenbegriff, die in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges längst ad absurdum geführt worden waren. Die Menschen begannen schon zu vergessen, was für entsetzliches Leid der Krieg ihnen gebracht hatte. Aus dieser Situation heraus entstand das Triptychon… Ich wollte also nicht Angst und Panik auslösen, sondern Wissen um die Furchtbarkeit eines Krieges vermitteln und damit die Kräfte der Abwehr wecken.” (Quelle: dhm.de)

Schade, dass es keinen High-Res-Scan von diesem Meisterwerk im Internet gibt. Ein allgemeines Problem bei Kunst, wie ich finde. Wäre es nicht toll, alle Kunstwerke als High-Res-Scan betrachten zu können?

Bild: km.bayern.de

Update: Es gibt doch einen High-Res-Geheimtipp: flickr.com! Kein Wunder das der Branchenriese “Google” nicht viel über Bilder in flickr erzählt. Gehört flickr doch zu den Vorzeigeprodukten von “Yahoo!” und ist weitaus verbreiteter als das Google Pendant Picasa. Danke hierbei an hofheim-hauptstrasse.de für den tollen Link.

Otto Dix “Der Krieg” in (1100 x 730)

Oha: Wolfgang Schäuble, unser sicherheitsbewusster Bundesminister des Innern, engagiert sich jetzt gegen Vorratsdatenspeicherung! Das kann man auf seiner offiziellen Homepage erfahren.

Toll! Ne, im Ernst: Die Seite wurde über eine Sicherheitslücke im Typo3-System gehackt. Schäubles Passwort lautete treffenderweise “gewinner”. Und das war nicht das erste Mal, dass die Schäublepage gekapert wurde. Da fühlt man sich gleich besser, wenn man weiß, dass solche Fachleute für die Sicherheit des Internetzes zuständig sind!

Bild: flickr

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