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	<title>Hohlwelt &#187; CDU</title>
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		<title>Dieser Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 17:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kricke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><img class="aligncenter" title="M&#252;nte" src="http://kricke.org/bilder/muente.jpg" alt="" width="500" height="576" /></p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4EF175286C8241EF865EADE184D0781E~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Politikprimat und Revolution&#228;r M&#252;ntefering erz&#228;hlt uns im FAZ-Interview</a>, warum der Kapitalismus in die M&#252;lltonne geh&#246;rt. Doch nein, ganz so weit kann man als Volkspartei dann ja noch nicht gehen, nicht der Kapitalismus soll weg, sondern <em>diese Form des Kapitalismus,</em> &#8220;die sich den Menschen und der Gesellschaft nicht verpflichtet f&#252;hlt&#8221;. &#8220;So einen Kapitalismus hatten wir?&#8221;, fragt die FAZ da ganz perplex. &#8220;Ja&#8221;, antwortet M&#252;ntefering, &#8220;Er hat uns in die Krise gef&#252;hrt, die wir jetzt erleben. Da wurde immer das Geld in den Mittelpunkt gestellt: viel Geld, schnell viel Geld. Das eigene Geld soll sich vermehren ohne R&#252;cksicht auf Verluste.&#8221; Geld, das im Mittelpunkt steht und auch noch vermehrt werden soll – das klingt wahrhaftig nach einer ganz gemeinen Form des Kapitalismus, die mit dem Kern der kapitalistischen Idee kaum noch etwas gemein hat.</p>
<blockquote><p><strong>Warum bleiben Sie nicht mit der Union in der gro&#223;en Koalition? Damit sind doch beide Parteien offenbar recht zufrieden.</strong><br />
Alleine schon aus demokratiehygienischen Gr&#252;nden sollte nur eine der beiden Gro&#223;en auf dem Spielfeld sein &#8211; wir &#8211; und die andere auf der Reservebank sitzen: CDU/CSU.</p></blockquote>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img title="Sitzverteilung Bundestag" src="http://www.abload.de/img/sitz16_250mxoi.jpg" alt=" Sitzverteilung im 16. Deutschen Bundestag © DBT/Karl-Heinz D&#246;ring" width="250" height="182" /><p class="wp-caption-text"> Sitzverteilung im 16. Deutschen Bundestag</p></div>
<p>Sp&#228;tentens hierin steckt doch die gro&#223;e Wahlverarsche der SPD. Die SPD m&#252;sste nicht mit der CDU koalieren. Und auch nicht mit der FDP, aber die w&#252;rde sich auf ein B&#252;ndnis mit den permanent linksruckenden Volksbolschewisten ja eh nicht einlassen. Es gibt im Bundestag eine rot-rot-gr&#252;ne Mehrheit. Nicht unwahrscheinlich ist es, dass wir im Herbst wieder eine bekommen. Und w&#252;rde die SPD ihr sozialdemokratisches Programm auch nur ein bisschen ernst nehmen, dann k&#246;nnte sie es mit dieser Mehrheit realisieren. Will sie aber nicht. Das ist nicht mehr und nicht weniger als die konsequente Fortsetzung der vergangenen 10 Jahre Regierungsverantwortung, in der die SPD den nun angeprangerten Turbokapitalismus selbst flei&#223;iger vorangetrieben hat, als es die CDU vermutlich je gewagt h&#228;tte.</p>
<p>Kapitalismus in die M&#252;lltonne – gerne. Aber dann wrackt die SPD doch bitte gleich mit ab, vielleicht gibts Pr&#228;mie.</p>
<p><em>Bild oben: Das Interview mit <a href="http://www.wordle.net/">wordle verwordlet</a>, au&#223;erdem <a href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4EF175286C8241EF865EADE184D0781E~ATpl~Ecommon~SMed.html#062A89C2ADD74601B634297BC297DBEB">dpa</a>; unten: www.bundestag.de</em></p>
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		<title>Unser Wort gilt. (Au&#223;er in Zeiten wie diesen)</title>
		<link>http://www.hohlwelt.org/2009/02/unser-wort-gilt-auser-in-zeiten-wie-diesen/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 21:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kricke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Albrecht Müller]]></category>
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		<category><![CDATA[Landtagswahlen Hessen 2009]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-175" title="Roland K." src="http://hohlwelt.kricke.org/wp-content/uploads/2009/02/roland_koch_06.jpg" alt="Roland K." width="180" height="180" />Puh. Etwas &#252;ber zwei Wochen sind die Wahlen nun her, am Donnerstag beginnt unsere neue Regierung ihre Amtsgesch&#228;fte. Die Zeit der „L&#252;gilanti“ (BILD<sup><a href="http://www.hohlwelt.org/2009/02/unser-wort-gilt-auser-in-zeiten-wie-diesen/#footnote_0_173" id="identifier_0_173" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="dazu: die Titanic">1</a></sup>) ist Geschichte, und wir bekommen die Regierung, die wir verdient haben – eine „b&#252;rgerliche“, was auch immer das hei&#223;en mag. Verglichen mit der knallharten Lagerschlammschlacht des letzten Jahres war dieser Wahlkampf irgendwie luschig. Hauptthema war logischerweise die Finanzkrise und der <em>Wortbruch</em> der SPD.</p>
<p>Vergleiche ich die Forderungen der Parteien in den beiden Wahlk&#228;mpfen, f&#228;llt mir zun&#228;chst eines auf: Die Linkspartei hat schon l&#228;nger eine st&#228;rkere Regulierung der Finanzm&#228;rkte gefordert, das wollen SPD und Gr&#252;ne mittlerweile auch. Ansonsten stehen sie mit ihren Forderungen zu mehr sozialer Gerechtigkeit und &#214;kologie so ziemlich zu ihren Positionen vom letzten Jahr. Roland Koch dagegen habe ich kaum wiedererkannt. Bestand sein Wahlkampf 2008 haupts&#228;chlich aus rechtspopulistischen Attacken gegen „kriminelle Ausl&#228;nder“, gab er sich dieses Jahr als moderater Kuschelkandidat. (Ein besonderer Hit war ja noch die Forderung nach einem Burka-Verbot an hessischen Schulen, dieses Jahr aber leider nicht mehr Angebot.) „In Zeiten wie diesen“ (gemeint ist die Finanz- und Wirtschaftskrise, die auf dem neoliberalen Mist gewachsen ist, den er selbst propagiert), gibt es nunmal nur eine stabile M&#246;glichkeit f&#252;r Hessen: Eine b&#252;rgerliche Mehrheit. Damit diese zusammenkommt, braucht er mittlerweile immerhin die FDP.</p>
<p><em>„Unser Wort gilt“</em>, plakatierte diese flei&#223;ig, und will gleichzeitig von ihren Forderungen nach freien Finanzm&#228;rkten auf einmal nichts mehr wissen. &#8220;Die FDP war immer f&#252;r eine strikte Regulierung des Banksektors und insbesondere f&#252;r eine wirksame Aufsicht.&#8221;, sagt Hermann Solms, finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Man reibt sich verwundert die Augen. Die FDP als Verfechter der staatlichen Regulierung von M&#228;rkten? Das stimmt doch hinten und vorne nicht. Haben die nicht in der Vergangenheit immer am lautesten nach Deregulierung gerufen? Tatst&#228;chlich: „(&#8230;) Ferner mu&#223; der politische Einflu&#223; im Bankensektor reduziert werden. Das vergr&#246;&#223;ert die Chancen des Bankenstandortes Deutschland.“, hie&#223; es zum Beispiel in ihrem Wahlkampfprogramm zur Bundestagswahl 2005. Man kann nicht sagen, dass die Finanzkrise aus heiterem Himmel &#252;ber uns hereingebrochen sei. Oskar Lafontaine ist nur einer von vielen, der das Ganze schon ewig vorhergesagt hat, und <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/finanzkrise/860349/">daf&#252;r von anderen Politikern ausgelacht wurde</a>. Dass ausgerechnet die FDP, deren marktradikaler Politik wir die Finanzkrise verdanken, jetzt Rekordergebnisse einf&#228;hrt, zeigt, dass das Brainwashing offensichtlich funktioniert. <a href="http://nachdenkseiten.de/">Albrecht M&#252;ller</a> hat Recht, wenn er unsere heutige Medienlandschaft mit Orwells <em>1984</em> vergleicht.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-174" title="Frankfurt, Flughafenausbau" src="http://hohlwelt.kricke.org/wp-content/uploads/2009/02/rodung.jpg" alt="Frankfurt, Flughafenausbau" width="180" height="120" />Am Dienstag nach der Wahl fing Fraport dann prompt an, den Kelsterbacher Wald plattzumachen. Logisch, wenn man die R&#252;ckendeckung der Regierung sicher hat, schafft man erstmal unwiderrufliche Fakten. Das penetranteste Wahlplakat der CDU versprach: <em>„In Zeiten wie diesen k&#228;mpfen wir um jeden Arbeitsplatz“</em>. Nun wurde im Koalitionsvertrag festgelegt, dass zum Ausgleich der versprochenen neuen Polizisten und Lehrer <a href="http://www.jungewelt.de/2009/02-02/042.php">andere Jobs im Landesdienst abgebaut werden</a>. Ver.di rechnet mit einem massiven Stellenabbau in wichtigen Teilen der Landesverwaltung. K&#228;mpfen um jeden Arbeitsplatz sieht anders aus. Zum Gl&#252;ck f&#252;r Koch scheinen die Medien den Begriff des „Wortbruchs“ schon auf Andrea Ypsilanti patentiert zu haben. &#8220;Wer einmal l&#252;gt dem glaubt man nicht&#8221;, deutete Elmar Theve&#223;en vom ZDF am Wahlabend das Ergebnis. Roland Koch als Retter der Ehrlichkeit? Wenn man an sein Verhalten im CDU-Spendenskandal denkt, muss die Ehrlichkeit schon ziemlich den Bach runtergegangen sein.</p>
<p>Wenigstens eins haben wir dem gescheiterten rot-rot-gr&#252;nen B&#252;ndnis zu verdanken: Die Abschaffung der Studiengeb&#252;hren. Die will Roland Koch zumindest in der n&#228;chsten Legislaturperiode nicht wieder einf&#252;hren, auch wenn er betont, dass er die Abschaffung f&#252;r <a href="http://www.sciencegarden.de/content/2008-10/kein-anlauf-zur-wiedereinfuehrung-der-studiengebuehren-in-hessen">„sozial ungerecht“</a> halte. Leistung muss sich nunmal lohnen. Im Land der CDU-Logik scheint es immer noch eine unglaublich bewundernswerte Leistung zu sein, als Kind von gutbetuchten Eltern geboren zu werden.</p>
<p><em>Bilder: oben &#8211; wikimedia.org; unten &#8211; <a href="http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1662653&amp;em_src=637282&amp;em_ivw=fr_region">Andreas Arnold, Frankfurter Rundschau</a></em></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_173" class="footnote">dazu: die <a href="http://titanic-magazin.de/badl_0804.html#c4847">Titanic</a></li></ol>]]></description>
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