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	<title>Hohlwelt &#187; DIE LINKE</title>
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		<title>Unser Wort gilt. (Au&#223;er in Zeiten wie diesen)</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 21:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kricke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-175" title="Roland K." src="http://hohlwelt.kricke.org/wp-content/uploads/2009/02/roland_koch_06.jpg" alt="Roland K." width="180" height="180" />Puh. Etwas &#252;ber zwei Wochen sind die Wahlen nun her, am Donnerstag beginnt unsere neue Regierung ihre Amtsgesch&#228;fte. Die Zeit der „L&#252;gilanti“ (BILD<sup><a href="http://www.hohlwelt.org/2009/02/unser-wort-gilt-auser-in-zeiten-wie-diesen/#footnote_0_173" id="identifier_0_173" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="dazu: die Titanic">1</a></sup>) ist Geschichte, und wir bekommen die Regierung, die wir verdient haben – eine „b&#252;rgerliche“, was auch immer das hei&#223;en mag. Verglichen mit der knallharten Lagerschlammschlacht des letzten Jahres war dieser Wahlkampf irgendwie luschig. Hauptthema war logischerweise die Finanzkrise und der <em>Wortbruch</em> der SPD.</p>
<p>Vergleiche ich die Forderungen der Parteien in den beiden Wahlk&#228;mpfen, f&#228;llt mir zun&#228;chst eines auf: Die Linkspartei hat schon l&#228;nger eine st&#228;rkere Regulierung der Finanzm&#228;rkte gefordert, das wollen SPD und Gr&#252;ne mittlerweile auch. Ansonsten stehen sie mit ihren Forderungen zu mehr sozialer Gerechtigkeit und &#214;kologie so ziemlich zu ihren Positionen vom letzten Jahr. Roland Koch dagegen habe ich kaum wiedererkannt. Bestand sein Wahlkampf 2008 haupts&#228;chlich aus rechtspopulistischen Attacken gegen „kriminelle Ausl&#228;nder“, gab er sich dieses Jahr als moderater Kuschelkandidat. (Ein besonderer Hit war ja noch die Forderung nach einem Burka-Verbot an hessischen Schulen, dieses Jahr aber leider nicht mehr Angebot.) „In Zeiten wie diesen“ (gemeint ist die Finanz- und Wirtschaftskrise, die auf dem neoliberalen Mist gewachsen ist, den er selbst propagiert), gibt es nunmal nur eine stabile M&#246;glichkeit f&#252;r Hessen: Eine b&#252;rgerliche Mehrheit. Damit diese zusammenkommt, braucht er mittlerweile immerhin die FDP.</p>
<p><em>„Unser Wort gilt“</em>, plakatierte diese flei&#223;ig, und will gleichzeitig von ihren Forderungen nach freien Finanzm&#228;rkten auf einmal nichts mehr wissen. &#8220;Die FDP war immer f&#252;r eine strikte Regulierung des Banksektors und insbesondere f&#252;r eine wirksame Aufsicht.&#8221;, sagt Hermann Solms, finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Man reibt sich verwundert die Augen. Die FDP als Verfechter der staatlichen Regulierung von M&#228;rkten? Das stimmt doch hinten und vorne nicht. Haben die nicht in der Vergangenheit immer am lautesten nach Deregulierung gerufen? Tatst&#228;chlich: „(&#8230;) Ferner mu&#223; der politische Einflu&#223; im Bankensektor reduziert werden. Das vergr&#246;&#223;ert die Chancen des Bankenstandortes Deutschland.“, hie&#223; es zum Beispiel in ihrem Wahlkampfprogramm zur Bundestagswahl 2005. Man kann nicht sagen, dass die Finanzkrise aus heiterem Himmel &#252;ber uns hereingebrochen sei. Oskar Lafontaine ist nur einer von vielen, der das Ganze schon ewig vorhergesagt hat, und <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/finanzkrise/860349/">daf&#252;r von anderen Politikern ausgelacht wurde</a>. Dass ausgerechnet die FDP, deren marktradikaler Politik wir die Finanzkrise verdanken, jetzt Rekordergebnisse einf&#228;hrt, zeigt, dass das Brainwashing offensichtlich funktioniert. <a href="http://nachdenkseiten.de/">Albrecht M&#252;ller</a> hat Recht, wenn er unsere heutige Medienlandschaft mit Orwells <em>1984</em> vergleicht.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-174" title="Frankfurt, Flughafenausbau" src="http://hohlwelt.kricke.org/wp-content/uploads/2009/02/rodung.jpg" alt="Frankfurt, Flughafenausbau" width="180" height="120" />Am Dienstag nach der Wahl fing Fraport dann prompt an, den Kelsterbacher Wald plattzumachen. Logisch, wenn man die R&#252;ckendeckung der Regierung sicher hat, schafft man erstmal unwiderrufliche Fakten. Das penetranteste Wahlplakat der CDU versprach: <em>„In Zeiten wie diesen k&#228;mpfen wir um jeden Arbeitsplatz“</em>. Nun wurde im Koalitionsvertrag festgelegt, dass zum Ausgleich der versprochenen neuen Polizisten und Lehrer <a href="http://www.jungewelt.de/2009/02-02/042.php">andere Jobs im Landesdienst abgebaut werden</a>. Ver.di rechnet mit einem massiven Stellenabbau in wichtigen Teilen der Landesverwaltung. K&#228;mpfen um jeden Arbeitsplatz sieht anders aus. Zum Gl&#252;ck f&#252;r Koch scheinen die Medien den Begriff des „Wortbruchs“ schon auf Andrea Ypsilanti patentiert zu haben. &#8220;Wer einmal l&#252;gt dem glaubt man nicht&#8221;, deutete Elmar Theve&#223;en vom ZDF am Wahlabend das Ergebnis. Roland Koch als Retter der Ehrlichkeit? Wenn man an sein Verhalten im CDU-Spendenskandal denkt, muss die Ehrlichkeit schon ziemlich den Bach runtergegangen sein.</p>
<p>Wenigstens eins haben wir dem gescheiterten rot-rot-gr&#252;nen B&#252;ndnis zu verdanken: Die Abschaffung der Studiengeb&#252;hren. Die will Roland Koch zumindest in der n&#228;chsten Legislaturperiode nicht wieder einf&#252;hren, auch wenn er betont, dass er die Abschaffung f&#252;r <a href="http://www.sciencegarden.de/content/2008-10/kein-anlauf-zur-wiedereinfuehrung-der-studiengebuehren-in-hessen">„sozial ungerecht“</a> halte. Leistung muss sich nunmal lohnen. Im Land der CDU-Logik scheint es immer noch eine unglaublich bewundernswerte Leistung zu sein, als Kind von gutbetuchten Eltern geboren zu werden.</p>
<p><em>Bilder: oben &#8211; wikimedia.org; unten &#8211; <a href="http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1662653&amp;em_src=637282&amp;em_ivw=fr_region">Andreas Arnold, Frankfurter Rundschau</a></em></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_173" class="footnote">dazu: die <a href="http://titanic-magazin.de/badl_0804.html#c4847">Titanic</a></li></ol>]]></description>
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