Ich bin zwar evangelisch, aber der ganze Kram mit Jesus, Herrgott und Co. schafft es seit einiger Zeit nicht mehr, mich wirklich zu überzeugen. Die sogenannten christlichen Grundwerte wie Nächstenliebe und Frieden auf Erden sind eine feine Sache, aber keinesfalls geistiges Eigentum des Christentums, und Gottesglauben braucht man für deren Umsetzung nicht zwingend. Wenn ich mir unsere Erde so anschaue, dann erscheint mir die angebliche Allmächtigkeit und Gütigkeit des Herrn ziemlich widersprüchlich. Wenn Gott allmächtig sein sollte, dann liegt beim Hunger in Afrika, den sich häufenden Naturkatastrophen und den plötzlichen Kindstoden wohl eindeutig unterlassene Hilfeleistung vor. Oder ist Gott gar nicht gütig? Einen Allmächtigen, der aus Laune oder Faulheit den ganzen Schrott auf Erden geschehen lässt, kann ich nicht gebrauchen. Plausibel klingt, dass es ihn gar nicht gibt.
Viele Menschen in Europa scheinen zum selben Schluss zu kommen. Auch wenn die Papstbesuche zu riesigen Medienevents aufgeblasen werden, die Zahl der Kirchenbesucher aller Konfessionen nimmt immer weiter ab. In London haben Atheisten im Januar eine Werbekampagne auf Bussen gestartet, die den atheistischen Grundgedanken verbreiten soll: “There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.” Lockerer Atheismus als Mittel, um weniger über Dinge zu grübeln, die letztlich gar nicht so wichtig sind, und dafür das Leben zu genießen – das gefällt mir.

Nun haben auch deutsche Atheist-Aktivisten die Idee aufgenommen und wollen eine Atheismuskampagne auf Berliner Bussen starten, Köln und München sollen folgen. “Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott”, soll die deutsche Übersetzung des englischen Vorbilds heißen. Der Sinn bleibt, zumindest meiner Meinung nach, auf der Strecke. Egal, ob man die umständliche und hakelige Anmerkung in den Klammern mitliest oder nicht: Das Ganze ist eine einfach so dahingeklatschte Behauptung. “Es gibt keinen Gott.” Das ist keinen Deut sinnvoller, als einfach so von der Existenz Gottes auszugehen. Und worauf basiert die “an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit”? Pseudowissenschaftlich mit Wahrscheinlichkeitsrechnung zu argumentieren ist peinlich, wenn es keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Genau die fehlt aber bei der Existenz- oder Nichtexistenz Gottes.
Dass man mit dieser Kampagne Gläubige überzeugen kann, bezweifle ich. Die Kirche lässt sich auch nicht weiter provozieren und reagiert gelassen. Verständlich, die Atheisten kriegen ihre Kampagne ja sicherlich, zusätzlich zu den 19 500 Euro, die der Spaß kostet, minutiös im Fegefeuer angerechnet. Schade eigentlich! In England fühlte sich die Christliche Partei berufen, gegen die Gottlosen mit einer eigenen Kampagne zurückzuschlagen:
“There definitely is a God. So join the Christian Party and enjoy your life.”
Dem können die Atheisten wohl nichts entgegensetzen.
Bild: www.buskampagne.de

Hurra, “Wir sind Papst!”. Schlimmer kann es kaum noch werden. Als Papst Benedikt XVI. vor kurzem die Exkommunikation der
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