Satire

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Heiße Luft

Zur Europawahl legt sich die SPD werbetechnisch echt ins Zeug. Selbstbewusst disst sie auf ihren Plakaten die anderen Parteien, lediglich die Grünen werden verschont. “Dumpinglöhne würden CDU wählen“, Finanzhaie dagegen die FDP. Besonders kreativ ist die Attacke gegen die rote Konkurrenz: “Heiße Luft würde die Linke wählen.” Dass Dumpinglöhne, muntere Deregulierung der Finanzmärkte und eine Extraportion Wahlkampfheißluft (man denke nur an die 2 Prozent Merkelsteuer) in der Vergangenheit alles Fachgebiete der Sozis waren, gibt der Werbekampagne unfreiwillig einen etwas komischen Beigeschmack. Mein Alternativvorschlag für den Plakat-Text:

Das Zitat ist von Franz Müntefering.


polylog lexikon boerse @ www.polylog.tv/videothek

[via trueten.de]

Die deutschen Ärzte reagieren auf die miserable deutsche Gesundheitspolitik der mittlerweile über 10 Jahre andauernden SPD-Ära: “Wählen Sie was Sie wollen. Aber nicht SPD.” Erklärtes Ziel der “Aktion 15″ ist es, die SPD auf 15 Prozent herunterzudrücken. (“Das reicht.”) In den Wartezimmern sollen die Patienten mit Plakaten, die beim Ärzte-Netzwerk “Hippokranet” heruntergeladen werden können, überzeugt werden, bei der Bundestagswahl nicht für die SPD zu stimmen. Die Plakate zeigen die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und der SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach.

Dass 15 Prozent für die SPD genug sind, unterschreibe ich gerne. Sie trägt die Verantwortung für den Sozialabbau der letzten Jahre. Dass Karl Lauterbach und Ulla Schmidt inkompetente Flaschen sind: Jo. Trotzdem: Es ist zwar verständlich, dass die Ärztekampagne nicht zur Wahl irgendeiner Partei aufrufen will, aber sie tut so, als ob die SPD alleinverantwortlich für die Verschrottung des solidarischen Systems sei. Doch haben wir seit 2005 die Große Koalition, davor waren die Grünen munter dabei. Dass die CDU sich gegen die Reformen gestemmt hätte, ist mir bisher nicht aufgefallen. Immerhin: “Wer tut uns allen weh? CDU und SPD!”, heißt es etwas holprig gereimt auf einem weiteren Plakat der Kampagne. Wählen Sie wen Sie wollen – übrig bleibt da für Leute, die die Linke nicht wählen wollen, eigentlich nur noch Guido Westerwelle. Der allerdings zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er die gesetzliche Krankenversicherung für “puren Sozialismus” hält (d.h. “DDR ohne Mauer”).1 Westerwelle als Retter des staatlichen Gesundheitssystems? Himmel hilf! Die SPD mag grauenhaft sein, schlimmer geht aber immer.

Immerhin nimmt’s die SPD gelassen. Karl Lauterbach legt dabei die offenbar zur Corporate Identity der SPD gehörende geistige Verwirrung an den Tag:

Lauterbach ist Professor für Gesundheitsökonomie. Er hofft nun gar auf eine positive Wirkung der Plakate für die SPD: “Die Kampagne kann dazu führen, dass Wähler von der Union zur FDP wechseln. Das würde unserem Ziel einer Koalition mit Liberalen und Grünen entgegen kommen.” In einer solchen Ampel-Koalition könne die SPD ihre Ziele “besser umsetzen” als in der Regierung mit der Union, sagte Lauterbach. (Quelle: SPON)

Sozialdemokraten – immer für einen Lacher gut.

  1. Dazu: der großartige Volker Pispers []

Unser Schulleiter der Main-Taunus-Schule ließ als Statement zu der aktuell laufenden Aktion “Die goldene Klobürste” vom Kreisschülerrat MTK in der FR folgendes verlauten:

“In der Hofheimer Main-Taunus-Schule sind die Toiletten laut Schulleiter Horst Severin “technisch in Ordnung”. Sie seien aber manchmal verdreckt. Daher werde auch diskutiert, eine Klofrau einzustellen und für jeden Toilettengang 20 Cent zu kassieren.”

Aha. Mir ist es schleierhaft, wie man Toiletten, die vielleicht dem Durchschnittsalter des Lehrerkollegiums entsprechen, und unter aller Sau sind, als “manchmal verdreckt” bezeichnen kann! Die Schüler verbessern die Situation durch ihr teils rücksichtsloses Verhalten nicht gerade, jedoch ist es so schmutzig und ekelhaft, dass man sich gar nicht mehr Mühe geben muss, alles so zu hinterlassen, wie man es vorfindet. In den meisten Firmen werden die Toiletten einmal bis dreimal täglich gereinigt. Und in unserer Schule gibt es nicht einmal eine zuständige Reinigungskraft. Wäre das nicht auch bei 20 Toiletten nötig, die von 1200 Schülern benutzt werden? Dazu kommt, dass manche Toiletten erst gar nicht erreichbar sind, weil sie abgeschlossen oder in abgeschlossenen Bereichen sind. Der Kreis zumindest will nun finanziell die Schulen unterstützen:

“Der Kreis will in diesem Jahr an elf Schulen die Toiletten sanieren und dafür rund 980 000 Euro ausgeben. Neue Klos bekommen zudem die zehn Schulen, die bis 2011 komplett saniert werden.”

Fast eine Million Euro für die Sanierung der Schultoiletten. Da fragt man sich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, extra Reinigungskräfte und ein ordentliches Sanitätskonzept zu einzusetzen, und das Geld in Lehrmittel zu stecken? Es gibt im Main-Taunus-Kreis 60 Schulen. Wenn also elf Schulen 980000 Euro zur Sanierung der sanitären Einrichtung brauchen, und wir von gleichen Bedingungen ausgehen, benötigen die restlichen 49 Schulen schätzungsweise 4.365.454,55 Euro. Dass die Sanierungen nötig geworden sind, ist klar. Jedoch braucht es ein Konzept, sie so lange wie möglich in gutem Zustand zu erhalten.

Die revolutionären Kräfte der Main-Taunus-Schule haben auf die Aussage des Schulleiters mit einer Preisliste geantwortet:

Bild: ksr-mtk.de

Zurück ins Funkhaus

Durch Zufall bin ich gestern wieder auf Stenkelfeld gestoßen. Stenkelfeld ist ein fiktives Kaff in Norddeutschland, das Schauplatz einer vom NDR produzierten Comedyserie ist. Im Stil von Radiobeiträgen erzählen Detlev Gröning und Harald Wehmeier satirische Alltagsgeschichten der kruden Stenkelfelder. Das Ganze kann man mit Badesalz vergleichen, unterscheidet sich jedoch durch unverkennbar norddeutsches Flair. Netterweise bietet der NDR einen Podcast mit unzähligen alten Stenkelfeld-Episoden an. Großes Tennis!

Podcast: Neues aus Stenkelfeld

Yes, we can.

Lang ist es her. Lang sind auch andere Dinge, die mit mir zusammen hängen. Zum Beispiel mein Einzug.

Ich gebe euch hier und jetzt exklusive Insiderinformation über die professionelle Arbeit eines Handwerkers. Hier die besten Tipps für die, die sich zum Handwerker auserkoren fühlen!

1. Stellt eure Sachen in die Küche, selbst wenn die Leute, die im Haus wohnen, schon eingezogen sind. Das gibt der Küche einen minimalistischen, modernen Stil und hey, wer bekommt nicht Hunger, wenn er die Schuhe, die man nach der Arbeit ausgezogen hat, riecht. Tolle Sache.

2. Wartet generell bis kurz vor knapp. Wenn Ihr 3 Monate Zeit habt, ein Klo oder gar einen Duschkopf zu montieren, ist das ein Problem der anderen. Ich bitte euch, 3 Monate, als ob man nur zum Arbeiten lebt. Kleiner Bonustipp: wenn ihr die Einziehenden ein bisschen ärgern wollt, um so die soziale Bindung zu ihnen zu stärken, erlaubt euch einen Spaß und baut die Badewanne falschrum ein. Auch gut ist, wenn man einen zu kurzen Duschschlauch kauft, sollen die Leute doch mal sehen wie es ist, sich die ganze Zeit zu bücken.

3. Die Steckdosen, die ihr montieren sollt, macht am besten so, dass es den Einziehenden am besten gefällt. Das Lächeln in ihren Gesichtern wird euch zeigen, dass Ihr es richtig gemacht habt. Prinzipiell gilt: wenige Steckdosen dort, wo der Schreibtisch hinkommt, große sperrige dort hin, wo das Sofa später stehen soll. Und hinters Bett ganz viele (so etwa 4 bis 5). Den einzigen Telefonanschluss macht Ihr am besten in eins der Zimmer der Einziehenden, sodass sie all den Kram irgendwo, nur nicht da, wo es keiner sieht, anschließen dürfen. Wer steht schon nicht auf übertriebenen Kabelsalat.

5. Trinkt Alkohol bei der Arbeit. Das macht euch kompetent und wirkt männlich. Zeigt gleich, wer der Boss ist. Kommt generell ohne anzuklopfen in die Zimmer, es ist eure Arbeitsstelle. Wenn ihr gefragt werdet, ob das nicht so kommt sagt Nein.

6. Nachdem ihr richtig ralle seid, ladet doch, wenn möglich, die einziehende weibliche Person zum Essen ein. Das kommt super, bewährte Sprüche sind hierbei. “Komm du was essen? Ich zahl auch!”

7. Wenn jemand fragt, was Ihr gerade macht und ihr eigentlich keine Ahnung habt, nicht verzagen. Nuschelt einfach irgendwas ganz schnell in euch hinein (am besten in irgendeiner anderen Sprache) und macht das so oft, bis der andere es als unhöflich sieht, nach dem fünften Mal “Dhezngentlftn” “Wie bitte?” zu fragen.

8. Legt Baumaterial, z.B. Metallpfeiler, in den Weg. Wenn die Leute einziehen, müssen die sie zwangsläufig wegräumen, um durchzukommen. Das ist eure Chance! “Wo’s Metallpfeiler?! Was?! Zurückholen! Dorthin!” lässt die armen Seelen sofort wissen, dass sie einen Fehler begangen haben. Hätten sie halt noch ein bisschn gewartet, wer muss denn auch schon, zwei Tage vor der Übergabe der alten Wohnung/Haus Sachen reinschleppen?

Wenn Ihr diese Regeln befolgt, und immer schön grimmig guckt (so wie die coolen Supersajayins), dann werdet ihr es ganz weit bringen. Versprochen! Wirklich! Ernsthaft! Kennt ihr das, wenn man etwas so oft bestätigt, dass es ironisch klingt? Ja? Tschüss.

Was nicht passt, passt halt nicht, ihr Lahmtröten.

tornado

Tornado-Einsatz

Die heutigen Jugendlichen machen in vielerlei Hinsicht Probleme. Stundenlang ballern sie sich in Killerspielen gegenseitig die Köpfe zu Pudding, wenn es aber dann ans wirkliche Töten geht, will auf einmal keiner mehr. Die Bundeswehr leidet sehr darunter, denn das faule Pazifistengesocks gefährdet ihre Existenz. Um ihr Image aufzubessern, veranstaltet sie mittlerweile kostspielige Werbekampagnen.

Genaueres kann man in einem guten Artikel bei Spiegel Online erfahren. Besondere Highlights sind die Statements des Oberstleutnants Broich und seiner Kollegen. Im Folgenden einige Auszüge:

Broich glaubt, den Grund für das Nachwuchsproblem erkannt zu haben. Die Leute wüssten einfach nicht, wie der Beruf des modernen Soldaten aussehe, sagt er. “Viele denken doch, wir laufen den ganzen Tag im Wald rum und spielen Krieg.”

Dabei sind die Zeiten, als Bundeswehrsoldaten nur in deutschen Wäldern für den Verteidigungsfall übten, längst vorbei. Im Namen von geostrategischen Interessen Demokratie und Menschenrechten darf der Soldat von heute nämlich bei echten Angriffskriegen mitmachen. Die sind auch nicht im Wald, sondern in der Wüste, und gespielt ist der Krieg dann überhaupt nicht. Nach den anstrengenden Front-Aktivitäten darf man die eigenen Erfahrungen außerdem an wissbegierige Jugendliche weitergeben. Auf ihre Kindersoldaten ist die Bundeswehr besonders stolz.

Der Junge guckt irritiert. “Muss ich da an die Front?” Sein Vater fügt an: “Na ja, mein Junge meint, wenn er zum Beispiel in den Irak muss.” “Da sind wir nicht stationiert”, sagt Wendler schnell, aber er kann die Situation nicht mehr retten, …

Ein Einsatz im Irak wäre für die deutsche Regierung absolut undenkbar. Lediglich politische Splittergruppierungen (CDU/CSU) befürworteten damals ein militärisches Engagement im Irak.

Ein Mädchen will Krankenschwester beim Militär werden, aber in Sachsen bleiben. “Wir sind die Bundeswehr, keine Sachsenwehr”, brummt der Stabsfeldwebel.

Gegen die messerscharfe Logik des Feldwebels ist kein Kraut gewachsen. Nach Sachsen gehört die Sachsenwehr, umgekehrt kämpft die Bundeswehr in Bundes-… Afghanistan.

patrick

Heutzutage seltenes Bild: Begeisterter Rekrut bei seiner Vereidigung

… hinzu kommen die Vorurteile. Längst hat sich unter jenen, die etwas vorhaben mit ihrem Leben, die Ansicht verbreitet, die Bundeswehr sei ein Club der Verlierer.

Absolut unverständlich ist, wie es zu einem solch verzerrten Bild kommen kann. Die Bundeswehr kann doch eine beeindruckende Erfolgsgeschichte vorweisen. Seit seiner Bombardierung hat sich das Kosovo in einen blühenden Drogenumschlagplatz unter Mafiaherrschaft verwandelt, in Afghanistan finden immer mehr vormals perspektivlose junge Männer ihren Traumjob. Bei den Taliban.

Zwischen Staubsauger- und Wurstfabrikanten erzählen zwei Feldjäger im Tarnanzug von ihren Erlebnissen in Kabul und im Kosovo. “Wer bei uns unterschreibt, der weiß, worauf er sich einlässt”, sagt der eine. “Na ja”, erwidert der andere. “Als ich unterschrieb, gab es noch keinen 11. September.”

Nur selten hat man das Glück, auf solch langjährige Veteranen zu treffen. Seit wann es den 11. September genau gibt, lässt sich so einfach nicht sagen, fest steht jedoch, dass er schon den alten Römern ein Begriff war.

Fazit:

Die Bundeswehr hat eine echte Überzeugungsoffensive gestartet, die Erfolgsaussichten sind vielversprechend. Um die Jugend noch flächendeckender erreichen zu können, wäre aber zum Beispiel eine Kooperation mit SchülerVZ sinnvoll. Ein paar markige Slogans könnten dabei sicherlich nicht schaden.

Bildquellen: www.geckoandfly.com, www.unitedspongebob.com